Sonntag, 21. August 2016

Fire Girl – Gefährliche Suche von Matt Ralphs


erschienen bei Bloomoon

Zum Inhalt

Hazel Hooper hat die ersten zwölf Jahre ihres Lebens auf einer Waldlichtung verbracht, die von ihrer Mutter Hecate durch einen Zauberbannkreis von der Außenwelt abgeriegelt wurde.

Hazel sehnt sich danach, die Welt draußen kennenzulernen. Aber am allermeisten wünscht sie sich, endlich selbst magische Fähigkeiten zu entwickeln. Als ihre Mutter von einem gefährlichen Dämon entführt wird, erwachen Hazels Zauberkräfte - dennoch gelingt es ihr nicht, ihre Mutter zu retten.

Nun ist sie ganz auf sich allein gestellt – vielleicht nicht ganz allein, denn Hazel hat irrtümlich eine kleine Haselmaus verzaubert, die ihr nun als verlässlich missgelaunter Gefährte zur Seite steht. Gemeinsam machen sich das Mädchen und die Maus auf, um den Dämon zu verfolgen und Hecate zu befreien. Doch schnell muss Hazel feststellen, dass das Leben außerhalb der Lichtung weitaus gefährlicher ist, als sie angenommen hatte. Gnadenlose Hexenjäger bevölkern die Landstriche – und die wenigen verbliebenen Hexen schrecken nicht davor zurück, sich die Macht der gefährlichen Dämonen zunutze zu machen, um sich zu verteidigen.

Als Hazel den jungen David trifft, den Gehilfen des genialen - doch unglücklicherweise meist betrunkenen - Dämonenjägers Titus schöpft sie Hoffnung; doch sie ahnt noch nicht, dass der Junge und sein Meister auch berühmt dafür sind, Hexen aufzuspüren …
(Quelle: Verlag)


Zum Buch

Anfangs war ich von dem Buch doch etwas enttäuscht, da ich nicht erwartet hatte, dass nicht nur der Prolog im England des 17. Jahrhunderts spielt. Doch nach dem ersten Schock sagte ich mir, ich sollte doch auch mal etwas Neues ausprobieren. Ob ich es bereut habe? Seid gespannt…

Die Story wird in der dritten Person erzählt und die Hauptcharaktere sind die 12-jährige Hazel und ihr Vertrauter, die Haselmaus Bramley. Ehrlich gesagt hat mir die Maus besser gefallen als das Mädchen. Hazel kommt doch – eigentlich für ihr Alter typisch – sehr naiv für den Leser rüber. So manches Mal hätte ich sie gerne wachgerüttelt und etwas mehr Verstand gefordert. Doch wahrscheinlich war der Druck auf sie auch einfach zu groß. Immerhin hat Hazel die nicht gerade leichte Aufgabe, ihre entführte Mutter wieder zu finden. Im weiteren Story-Verlauf wächst die kleine rothaarige Feuerhexe aber immer mehr an ihrer Aufgabe und verändert sich zum Positiven.
Bramley wirkte zwar manchmal etwas übereifrig, aber er hatte eine lockere Art, die mir gut gefiel. Er hat Hazel immer begleitet und ihr Kraft gegeben.
David ist der Lehrling des berühmten Hexenfinders Titus White. Ihn konnte ich die ganze Zeit nicht richtig einschätzen und fand ihn auch etwas unnahbar.
Die Geschichte startet mit einem – für meinen Geschmack – sehr langen Prolog, der noch nicht viel Aufschluss über die bevorstehende Story gibt. Danach geht es eigentlich auch schon sofort los. Der Klappentext des Buches wird quasi innerhalb weniger Seiten „abgearbeitet“. Dies gefiel mir sehr gut, da ich dann auf eine Reihe von spannenden Überraschungen gewartet habe. Doch die Spannung hielt sich etwas in Grenzen. Sie kommt zwar immer mal wieder auf, aber der Spannungsbogen war doch sehr wankelmütig, die Story stellenweise etwas zäh. Einige Szenen waren ziemlich gruselig (gefiel mir richtig gut!), andere wiederum eklig und brutal (nicht mein Fall). An diesen Stellen habe ich mich auch gefragt, ob die Altersempfehlung ab 12 Jahren wirklich so glücklich gewählt wurde…  

Matt Ralphs hat mir mit Fire Girl – Gefährliche Suche ein paar nette Lesestunden für zwischendurch beschert. Zu meinem Glück blieben historische Fakten des 17. Jahrhunderts weitestgehend im Hintergrund, so dass ich mich in der Zeit der Hexenverfolgung doch recht wohl fühlte. Was man von den Hexen sicher nicht behaupten kann … Die Charaktere besaßen allesamt zu wenig Tiefgang, ich erfuhr gerade über den Hintergrund von Hazels Mutter nicht genug. Ich denke, dass gerade sie noch eine wichtige Rolle im nächsten Buch spielen wird. Der Schreibstil gefiel mir gut, das Buch las sich flüssig und relativ schnell. Die schwankende Spannungskurve minderte mein Lesevergnügen etwas. Dieser erste Teil endet mit einem Cliffhanger, der einen auf Band 2 aber neugierig warten lässt. Für diesen Auftaktband vergebe ich 3 zufriedene von 5 möglichen schwarzen Katzen.



Die Reihe

Fire Girl – Gefährliche Suche
Fire Witch (Sequel zur Reihe? Originalausgabe erscheint voraussichtlich Ende August 2016)

 Zum Autor

Matt Ralphs war schon als Kind eine besessene Leseratte, darum ist es nicht verwunderlich, dass er schließlich als Lektor bei einem großen englischen Verlag landete. Dort hat er mit viel Freude zahlreiche Fantasy- und Science-Fiction-Bücher redigiert. Irgendwann war er es leid, immer auf die Fehler der anderen hinzuweisen und versuchte es selbst besser zu machen. Matt lebt nun als freier Autor und Kapitän auf seinem Boot „Nostromo“ (eine Hommage an den Film „Alien“) und ist irgendwo auf dem Grand Union-Kanal zwischen London und Birmingham anzutreffen.



© privat

ab 12 Jahren
320 Seiten
übersetzt von Doris Hummel
ISBN 978-3-8458-1640-1
Preis: 14,99 Euro

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag


An dieser Stelle möchte ich mich noch recht herzlich beim Verlag für die Bereitstellung dieses Exemplars bedanken!

Kommentare:

  1. Hey Claudia,

    oh schade, ich hatte gehofft, dass das Buch ein wenig besser bei dir abschneidet. Jetzt bin ich mir nämlich noch unschlüssig, ob ich es mir holen soll. :-/ Da warte ich wohl erst mal noch ein paar Rezis ab.

    Liebe Grüße
    Sandra

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    1. Hey, liebe Sandra!

      Ich war auch etwas enttäuscht. Die Rezis dazu sind auch sehr unterschiedlich, wenn man mal bei Amazon schaut. Ich musste es einfach ausprobieren und hab ja nicht ganz daneben gelegen. ;)

      LG:)

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  2. Guten Morgen Claudia,

    ich habe ungefähr in dem Alter von Hazel viele Hexenromane gelesen und irgenwie erinnert mich an diese Zeit. Mir gefällt die Haselmaus Bramley. "Fire Girl" wird trotzdem auf meine Wunschliste landen, deine Rezension hat mich neugiertig gemacht.
    Liebe Grüße Cindy

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    1. Hey, Cindy!

      Ich mag Hexenromane definitiv auch sehr, finde es bloß schwierig, genau das Richtige zu finden. Vielleicht sind meine Ansprüche da auch zu hoch, keine Ahnung;) Bramley ist echt ein Highlight in dem Buch, wird dir sicherlich gefallen! Das freut mich, viel Spaß damit:)

      LG:)

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  3. Hey,

    eine schöne Rezension :) Ich habe das Buch auch neulich gelesen - mir hat es aber ein bisschen besser gefallen als dir, ich habe 4 Sterne vergeben. Das könnte aber auch daran liegen, dass ich gerade die historischen Hintergründe so toll fand^^ Geschmackssache eben.
    Bramley war mein absoluter Lieblingscharakter. Mir hat er auch besser gefallen als Hazel.

    Liebe Grüße,
    Kerstin

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    1. Dankeschön, Kerstin und herzlich willkommen bei mir! Ja, das macht dann schon einiges aus. Hätte ich besser im Vorwege aufgepasst und daher gewusst, dass es zu der Zeit spielt, hätte ich es wohl gar nicht erst gelesen.
      Bramley ist aber auch echt klasse und hat noch einiges raus gerissen!

      LG:)

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  4. Hallo Claudia,

    ich kann deine Einwände zu dem Buch verstehen. Hazel hat manches Mal recht naiv gewirkt und hat sich teilweise blindlinks in die größten Probleme gestürzt. Aber meiner Meinung nach machte gerade das sie einzigartig. :)

    Mir hat die bezaubernde Welt insgesamt gut gefallen. :)

    LG Steffi

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    1. Hey, Steffi!

      Schön, dass du vorbeischaust:) Natürlich macht sie das einzigartig, mir war es nur einfach zu viel Naivität. Manchmal stört es mich in Büchern nicht, hier halt schon - wie das so ist;)

      LG:)

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    2. Ja, das kenne ich. *lach* Bei keinem Buch reagiert man gleich, bei dem einen stört es - bei dem anderen nicht. Ist manchmal komisch, aber das hängt vielleicht auch viel mit dem derzeitigen persönlichen Empfinden zusammen und das uns der Stil des Autors insgesamt einfach nicht anspricht.

      LG Steffi

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    3. Genau das denke ich auch. Man kann solche Sachen nicht generell mögen oder für sich ausschließen:)

      LG:)

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