Samstag, 20. August 2016

Eine Woche voller Montage von Jessica Brody


erschienen bei Magellan

Zum Inhalt

Ellie erlebt den schrecklichsten Montag ihres Lebens: Eine Katastrophe jagt die nächste, und als wären alle Peinlichkeiten nicht schon schlimm genug, macht ihr Freund Tristan aus heiterem Himmel mit ihr Schluss! Ellie wünscht sich nur eines: Sie möchte bitte, bitte eine zweite Chance.
Die kriegt sie – am nächsten Morgen wacht sie auf und stellt fest: Es ist wieder Montag! Ellie setzt alles daran, die Fehler von gestern/heute zu vermeiden und für ihr eigenes Happy End zu sorgen. Doch wer hätte gedacht, dass ein Montag so hartnäckig sein kann?
(Quelle: Verlag)


Zum Buch

Wie der Titel schon verrät, geht es in diesem Jugendbuch um 7 Montage. 7 Montage, in denen Ellie stets versucht, den Lauf ihrer eigenen Geschichte wegen eines Fehlers zu verändern. Die Story ist in der ersten Person geschrieben und die Kapitel haben englische Songtitel oder auch einzelne Textzeilen erhalten. Zudem wird jeden Tag die jeweilige Uhrzeit angezeigt.
Ich muss sagen, dass ich so meine Schwierigkeiten mit Protagonistin Ellie hatte. Sie hat mich geradezu wahnsinnig gemacht mit ihrer teilweise hektischen und überdrehten Art. Im ersten Moment ist sie voller Selbstzweifel, dann erfolgte ein plötzlicher Umschwung um 180 Grad – das war für mich nicht wirklich nachvollziehbar. Am zweiten Montag wollte ich schon fast aufgeben, denn Ellie hat mich beinahe um den Verstand gebracht. Vielleicht ist man als Leser Ellie auch ein Stück voraus gewesen, aber ihre Naivität und Begriffsstutzigkeit waren kaum auszuhalten… Nach ungefähr 100 Seiten aber hatte sie es dann begriffen und es ging auch für mich langsam aufwärts. Der freche Humor kam besser durch und die unweigerliche Frage nach dem „hätte ich besser…“ bzw. „hätte ich bloß nicht…“ kam auf. Ich muss auch sagen, dass es in der Geschichte natürlich viele Ereignisse und Dialoge gibt, die gleich sind – aber zum Glück gibt es auch Abweichungen. Trotzdem hätten einige Seiten weniger dem Buch nicht geschadet. Die Autorin hat außerdem Rückblicke auf den Beginn der Liebe von Ellie und Tristan eingestreut, was ich halbwegs interessant fand. Für die eigentliche Botschaft hinter der Story fand ich sie nicht wirklich wichtig.
Ellies bester Freund Owen gefiel mir sehr gut. Er machte einen bodenständigen Eindruck auf mich und ich schloss ihn gleich in mein Herz.
Die Eltern von Ellie und auch ihr Beratungslehrer waren mir – wie Ellie – einfach zu überdreht. Ich habe sie mir immer als Filmrolle vorgestellt und hätte dann sicherlich abgeschaltet. Alles viel zu laut und grell… Zudem wurden alle Charaktere viel zu blass dargestellt. Sie hatten viel zu wenig emotionale Tiefe, was ich sehr schade fand.

Egal, wie perfekt man seinen Tag – sein Leben – plant, man scheitert trotzdem.
Seite 229

Jessica Brody hat mit ihrem Jugendbuch Eine Woche voller Montage ein Buch geschrieben, das eine sehr tolle Botschaft für Jung und Alt enthält. Die Story-Idee fand ich klasse, die Umsetzung stellenweise etwas zu zäh. Durch die ständige Wiederholung desselben Tages, wiederholen sich natürlich auch viele Dialoge und Ereignisse. Die Autorin hat es trotzdem geschafft, noch eine eigene Dynamik für die einzelnen Montage einzubringen, aber es hat mir nicht immer gereicht. Der Schreibstil ist sehr jugendlich gehalten, was die anvisierte Zielgruppe sehr gut anspricht. Mir persönlich war gerade Protagonistin Ellie zu überdreht, ihre Handlungsweisen nicht immer nachvollziehbar. Erst graues Mäuschen, dann überaus probierfreudig – das war mir eindeutig zu viel des Guten. Zum Ende des Buches hin wurde ich aber doch noch positiv überrascht, obwohl man natürlich schon lange vorher wusste, worauf die Geschichte hinauslaufen wird. Die Botschaft des Romans konnte mich überzeugen und hat mich ebenso nachdenklich gestimmt. Es läuft nun mal nicht alles glatt im Leben, das sollten auch Kinder und Jugendliche schon verinnerlichen. Sollte man wirklich die Chance auf eine Änderung bekommen? Ist dies das Ziel? Oder sollte man sich mit den Gegebenheiten arrangieren und das Beste daraus machen? Findet es anhand dieses Buches selbst heraus, ich kann es trotz meiner Kritikpunkte empfehlen. Gerade durch das Ende hat es Eine Woche voller Montage noch auf haarscharfe 4 von 5 möglichen schwarzen Katzen geschafft.


 Zum Autor

Dass sie Autorin werden würde, war für Jessica Brody schon früh klar: Mit sieben schrieb sie ihre erste Geschichte und bastelte mit Pappe, Tapete und Isolierband auch gleich ein Buch daraus. Nach der Uni arbeitete sie einige Jahre für ein großes Filmstudio in Hollywood, ehe sie ihren Traum wahr machte und sich ganz aufs Schreiben konzentrierte. Ihre Bücher wurden in mehr als zwanzig Ländern veröffentlicht. Sie lebt heute abwechselnd in Kalifornien und Colorado.

© Brian Braff


ab 13 Jahren
448 Seiten
übersetzt von Lara Tunnat
ISBN 978-3-7348-5022-6
Preis: 17,95 Euro

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

An dieser Stelle möchte ich mich noch recht herzlich beim Verlag für die Bereitstellung dieses Exemplars bedanken!


Kommentare:

  1. Hey Claudia,

    das Cover ist total toll, aber was will man bei einem Magellan Buch auch anderes erwarten ;-) Allerdings mag ich zu starke Veränderungen bei einem Protagonisten auch nicht wirklich.

    Liebe Grüße
    Sandra

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey, Sandra!

      Ja, das stimmt, die Cover sind echt sehr schön bei dem Verlag. Mich irritierte diese "Verwandlung" auch etwas. Macht zwar alles auch irgendwie Sinn, aber mir war´s einfach zu krass.

      LG:)

      Löschen
  2. Guten Morgen Claudia,

    deine Meinung, ist schon die zweite kritische Ellie betreffend, dass macht es mir schwer mich selbst zu entscheiden. Ich mag Filme, die im "Und täglich grüßt das Murmeltier" Stil sind eigentlich ganz gerne, aber mittlerweile glaube ich, dass es schon einen Unterschied ergibt, ob diese ständige Wiederholung im Film oder im Buch stattfindet. Praktischerweise bestimmt der Film das Tempo und Wiederholungen wirken manchmal vielleicht weniger zäh. Hmh, im Bezug auf "Eine Woche voller Montage" bin ich noch immer unentschlossen.
    Liebe Grüße Cindy

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey, Cindy!

      Ich denke auch, dass ein Film mit dieser Thematik ganz anders wirkt als ein Buch. Mit dem Zeit wird zwar auch immer mehr hier weg gelassen, aber das Ende hat wirklich noch eine Katze raus gerissen. Ellie und ich sind einfach keine Freunde geworden.

      LG :)

      Löschen