Freitag, 22. Juli 2016

Das Spiel von Liebe und Tod von Martha Brockenbrough


erschienen bei Loewe

Zum Inhalt

Romeo und JuliaKleopatra und Mark AntonNapoleon und Josephine, sie alle waren schon Figuren in dem jahrtausendealten Spiel von Liebe und Tod. Die Regeln sind einfach. Verlieben sich die Paare vor dem ausgewürfelten Termin, hat die Liebe gewonnen, trennen sie sich, triumphiert der Tod und einer der Liebenden muss sterben.

Immer wieder steht Henry vor der Tür des Jazzclubs, in dem Flora allabendlich singt. Er ist hingerissen von der schönen jungen Frau, ihrer Stimme und ihrer Musik. Flora dagegen versucht lange, sich gegen ihre Gefühle zu wehren. Ihre Haut ist schwarz und eine Beziehung mit einem weißen jungen Mann ist im Seattle des Jahres 1937 völlig ausgeschlossen.

Was Flora und Henry nicht wissen: Sie sind nur Figuren in einem uralten Spiel, in dem die Liebe selbst und ihr alter Widersacher Tod menschliche Gestalt angenommen haben. Und beide nutzen all ihre manipulativen Fähigkeiten, um zu gewinnen.
(Quelle: Verlag)

  
Zum Buch

Flora: die singende Pilotin
Henry: der Geduldete
Ethan: der Sohn aus gutem Hause
Helen: die unliebsame Cousine

Mit diesem Buch erreichte mich eine ganz besondere Geschichte, unter der ich mir zuerst nicht allzu viel vorstellen konnte. Doch dann wurde ich von der Autorin in das Seattle der dreißiger Jahre entführt und erlebte eine außergewöhnliche Story. Sie startet allerdings schon im Jahre 1920 – ausgerechnet an einem Freitag, den dreizehnten. Wer an diese angebliche „Unglückszahl“ glaubt: ein eher fragwürdiger Beginn ;)
Liebe und Tod sind in diesem Buch nicht nur das Gefühl und das Unausweichliche, sondern Weggefährten, die mitunter in die verschiedensten Rollen schlüpfen. Sie beobachten, sie erwählen ihre „Spielfiguren“. Für ein Spiel, das so gut wie vorprogrammiert ist und der Einsatz unheimlich hoch sein kann…

Das Spiel hatte begonnen. Die Spieler hatten sein tiefstes Mitgefühl.
6% des E-Books

Die Protagonisten haben mir sehr gut gefallen. Floras Hautfarbe ist schwarz und sie verhält sich keineswegs so, wie es in der damaligen Zeit von einer Frau verlangt wurde. Sie singt in einem Jazzclub und hat Amelia Earhart als Vorbild. Denn Flora möchte auch eine bekannte Pilotin werden und etwas von der Welt sehen.
Henry ist stets zur Stelle, wenn jemand Hilfe braucht. Er ist sehr selbstlos und fasziniert von Flora. Doch seine Haut ist weiß, was gerade damals ein großes Problem darstellte. Beide Figuren wirken jedoch wesentlich älter als 17 Jahre. Ich hatte mitunter das Gefühl, kein Jugendbuch mehr in der Hand zu haben.
Neben der Problematik der Hautfarbe geht es unter anderem um Musik, die Liebe, Kriege und ihre Opfer. Homosexualität wird außerdem mit aufgegriffen. Wie man sieht, eine bunte Mischung. Teilweise erinnerte mich die Story an The Diviners von Libba Bray – der Roman spielt etwa um dieselbe Zeit. Und auch der mystische Touch ist in beiden Büchern nicht zu leugnen.

Martha Brockenbrough hat mich mit ihrem bildgewaltigen Schreibstil in das Amerika von 1937 entführen können. Die Personen- und Umgebungsbeschreibungen kamen mir sehr authentisch vor. Die Atmosphäre hat die Autorin teilweise mysteriös angelegt, was gut passte. Außerdem empfand ich den Schreibstil als anspruchsvoll, es kommen keinerlei platte Sätze oder liebloses Geplänkel vor. Die Liebe ist allgegenwärtig, aber die Story ist auch sehr ernst angelegt, fast schon trübsinnig. Es gibt viele Verluste im Leben der Protagonisten und wenig Aufmunterndes. Ebenso enthält die Geschichte kaum spannende Sequenzen, es ist wirklich eher ein Liebesroman. Durch die kurzen Kapitel kommt der Leser schnell voran und es kommt so gut wie keine Langeweile auf. Wie Liebe und Tod hier in Szene gesetzt wurden, gefiel mir sehr gut. Ich fand es außergewöhnlich und besonders. Das Ende bescherte mir dann noch eine Gänsehaut – mehr werde ich aber dazu nicht verraten. Für mich hat sich Das Spiel von Liebe und Tod 4 von 5 möglichen schwarzen Katzen verdient.


 Zum Autor

Martha Brockenbrough hat als Redakteurin für MSN.com gearbeitet, sich Fragen für Trivial Pursuit und Cranium ausgedacht und Liedtexte für eine Reality TV-Show geschrieben. Sie lebt mit ihrer Familie in Seattle und spielt in einer Band die Rats in the Attic heißt. Das Spiel von Liebe und Tod ist ihr zweites Jugendbuch.

© Emerald England

ab 14 Jahren
400 Seiten
übersetzt von Jessika Komina und Sandra Knuffinke
ISBN 978-3-7855-8262-6
Preis: 18,95 Euro
erscheint am 25.07.2016

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

An dieser Stelle möchte ich mich noch recht herzlich beim Verlag für die Bereitstellung dieses Exemplars bedanken!


Kommentare:

  1. Hallo Claudia,

    wow, was für eine sehr tolle und lustmachende Rezi auf dieses Buch. Zum Glück liegt es schon bei mir zu Hause und ich werde es bald lesen. Ich bin sehr gespannt, was mich erwartet, denn die Idee dahinter fasziniert mich.

    Liebe Grüße,
    Uwe

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    1. Das freut mich, Uwe! Ich wünsche dir viel Spaß mit dem Buch und bin gespannt auf deine Meinung. Die Idee fand ich auch richtig klasse!

      LG:)

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