Freitag, 22. Mai 2015

Rise – Die Ankündigung von Kim Nina Ocker




erschienen bei Forever Ullstein

Der Klappentext

Die siebzehnjährige Freya wächst in dem Glauben auf, alles um sie herum wäre perfekt. Trotz des Krieges, der die Menschen vor mehreren Jahrhunderten gezwungen hat, in großen Silos unter der Erde zu leben, kennt Freya keine Sorgen. Bis zu dem Tag, an dem sie ihre Familie verlassen muss. Eigentlich soll sie nur in eine andere Einheit verlegt werden, doch plötzlich bleibt der Zug inmitten einer Einöde stehen …
Duncan ist ein ganz anderes Leben gewöhnt: Er lebt außerhalb der schützenden Silos und kämpft jeden Tag ums Überleben. Die Siedler unter der Erde hält er für Weichlinge. Doch dann trifft er auf Freya. Er will es zwar nicht zugeben, aber ihr Mut und ihre Tapferkeit beeindrucken ihn. Freya und Duncan sollten einander nie begegnen. Doch als Freya erkennt, dass ihr bisheriges Leben eine Lüge war, stehen sie plötzlich Seite an Seite und kämpfen für die, die sie lieben …

Meine Meinung zum Cover

Das Cover dieses E-Books finde ich sehr schön und auch schlicht. Es ist in Schwarz-Weiß gehalten und hat einzig das Wort „Rise“ als Farbtupfer in Pink vorzuweisen. Diese dunkle Kulisse strahlt etwas Düsteres, Mysteriöses aus und passt sehr gut zu einer Dystopie. Die Story besteht aus 23 Kapiteln. Die Kapitel werden abwechselnd aus der Sicht der Protagonisten Freya und Duncan in der ersten Person geschildert, was mir gut gefiel.


Charaktere und meine Meinung

Freya ist eine junge Frau, die sich nur widerwillig dem System in den Silos beugt. Sie denkt nach und stellt auch die richtigen Fragen. Es ist natürlich klar, dass sie sich dadurch nicht unbedingt Freunde macht… Freya hat sich bis zu ihrer Abreise rührend um ihre Brüder gekümmert, ihre Liebe zu ihnen merkte man ihr an. Sie macht innerhalb der Geschichte eine drastische Wandlung durch, die aber nicht übertrieben wirkt. Ihre Entschlossenheit zum Ende hin fand ich richtig klasse.
Rachel ist Freyas beste Freundin und glücklicherweise auf der Reise ins Unbekannte an ihrer Seite. Sie kam mir etwas weltfremd vor, beziehungsweise so, wie das System die Menschen in den Silos gerne hätte.
Mit Duncan wurde ich zuerst nicht so richtig warm. Im weiteren Storyverlauf taute er dann immer mehr auf, was mir sehr gut gefiel. Anfangs allerdings ähnelt sein Verhalten oft dem eines Höhlenmenschen, was teilweise schon etwas abstossend war. Auf jeden Fall muss man Duncan eine Chance geben und hinter seine Fassade schauen :)

Eine Dystopie, wie sie im Buche steht. Abgrenzung, Auflehnung, Lügen in Massen und ein System, das wir in unserer Welt nicht nachvollziehen können. Ich möchte keinesfalls unter der Erde leben! Niemals den Wind auf der Haut spüren? Niemals frische Luft einatmen können? Niemals zusehen, wie sich das Wasser kräuselt? Eine wirklich schreckliche Vorstellung und vor allem sehr beklemmend. Und dann kommt noch ein System hinzu, dass einen nur als „Exportware“ sieht – schlimmer kann es doch nicht mehr werden, oder?
Die Story startet mit einem kleinen Überblick über das Leben in den Silos, sowie auch ausserhalb. Anfangs schreitet die Geschichte zügig voran, was mir sehr gut gefiel. Mit der Zeit ist sie nicht mehr so rasant, wird dadurch aber keineswegs langweilig oder langatmig. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut zu lesen. Sie hält sich nicht mit allzu langen Umgebungsbeschreibungen auf, bringt dem Leser aber trotzdem ihre kreierte Welt durch wenige Worte näher. Insgesamt reduziert Kim Nina Ocker die Erklärungen und aufklärenden Gespräche der Figuren auf ein Minimum, was bei mir auf offene Arme stieß.

Mein Fazit

Kim Nina Ocker konnte mir mit ihrem Auftaktband ihrer Reihe schöne Lesestunden bescheren. Ihr Schreibstil ist sehr angenehm und beinhaltet trotz kleiner Tippfehler keine Stolpersteine. Die Story ist sehr interessant, genauso wie die erschaffene dystopische Welt. Es ist absolut keine Actiongeschichte, doch Fans von „Dustlands“ werden sicherlich gut unterhalten werden. Eine Liebelei darf natürlich auch nicht fehlen. Diese wurde zeitmässig gut platziert. Durch die wechselnden Perspektiven in der ersten Person hat der Leser eine gute Chance, den Hauptfiguren näher zu kommen. Einen fiesen Cliffhanger bietet das Ende des Buches zwar nicht, aber ich bin sehr gespannt, wie es mit Freya und Duncan weitergehen wird. Für „Rise – Die Ankündigung“ vergebe ich 4 von 5 möglichen schwarzen Katzen.


Die Reihe

Rise – Die Ankündigung
Teil 2 ?

Die Autorin

Kim Nina Ocker, aufgewachsen im beschaulichen Büren in Nordrhein-Westfalen, zeigte schon früh ein großes Interesse am Schreiben. Ihr erstes literarisches Meisterwerk bestand aus einer beinahe wortgetreuen Abschrift von Magdalena Nabbs “Zauberpferd”, bei der sie lediglich die Protagonistin in “Kim” umbenannte. Leider war die Welt noch nicht bereit für diese Sternstunde der Kreativität, und so musste der große schriftstellerische Durchbruch noch ein wenig warten. Letztendlich schaffte Cornelia Funke den Durchbruch und holte sie ganz und gar in die Welt der Buchstaben. Heute lebt sie zusammen mit ihrer Familie in Wennigsen.

E-Book
256 Seiten
ISBN 978-3-95818-038-3
Preis: 3,99 Euro

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

An dieser Stelle möchte ich mich noch recht herzlich beim Verlag und der Autorin für die Bereitstellung dieses tollen Exemplars und die schöne Leserunde bedanken!

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