Samstag, 18. April 2015

Bird Box – Schließe die Augen von Josh Malerman




erschienen bei Penhaligon

Der Klappentext

Malorie ist hochschwanger, als immer mehr Menschen aus aller Welt von einem schrecklichen Wahnsinn befallen werden und sterben. Gleichzeitig häufen sich die Meldungen von etwas Unheimlichem, dessen bloßer Anblick die Raserei auslösen soll. Schon bald herrscht überall gespenstische Ruhe. Die wenigen Überlebenden haben sich in kleinen versprengten Gruppen zusammengefunden und verbarrikadieren sich in ihren Häusern. Malorie versucht alles, um die Menschen, die sie liebt, zu beschützen – in einer Welt, die von vier Wänden und verdunkelten Fenstern begrenzt wird. Und in der man den Tod erblickt, sobald man nur die Augen öffnet …

 Meine Meinung zum Cover

Das Cover finde ich sehr düster und unheimlich, aber auch interessant. Es zieht auf jeden Fall die Blicke eines potenziellen Käufers in der Buchhandlung auf sich. Das „O“ von Bird Box wird zudem als „Ausguck“ genutzt, in dem zwei Vögel zu sehen sind. Eine tolle Idee! Ebenso das Leuchten des Covers im Dunkeln. Die Story besteht aus 43 spannenden Kapiteln.


Charaktere und meine Meinung

Malorie ist Ende zwanzig und lebt seit mehr als vier Jahren fast vollständig im Dunkeln. Eine sehr erschreckende Vorstellung! Die Augenbinde ist ihr ständiger Begleiter und überlebenswichtig. Doch Malorie hat nicht nur sich selbst vor der Welt zu beschützen, es sind auch andere von ihr abhängig… Man merkt im Laufe der Story sehr gut, wie stark sich die junge Frau verändert. Erst ist sie noch unsicher, fast erschrocken und äusserst zurückhaltend. Doch dann wird sie mutiger und kämpft regelrecht ums Überleben. Wobei ich aber ihr Verhalten als Mutter doch stark kritisieren muss. Es gibt einige Szenen, die ich keinesfalls gutheiße und die mich sehr erschraken! Näher möchte ich darauf an dieser Stelle wegen der Spoilergefahr nicht eingehen.
Shannon ist Malories Schwester, mit der sie zusammenzieht. Dies geschieht zu einem Zeitpunkt, zu dem die Katastrophe gerade noch in den Kinderschuhen steckt.
Tom war früher Lehrer und ist so etwas wie ein Anführer einer kleinen Gruppe. Er trifft gute und logische Entscheidungen, auch wenn sie nicht immer ungefährlich sind. Über ihn erfährt der Leser noch am meisten, alle anderen Charaktere blieben leider gesichtslos.

Die Story wird auf zwei Erzählebenen geschildert – Vergangenheit und Gegenwart. Dies macht die einzelnen Kapitel sehr spannend, da der Autor oft einen Cliffhanger mit eingebaut hat. Zum Inhalt selbst werde ich nichts weiter schreiben, da ich euch sonst zuviel vorweg nehmen würde. Der Leser erhält aber schon relativ früh erste Erklärungen, was sich in dieser Welt zuträgt. Dies gefiel mir sehr gut.
In diesem Buch geht es mitunter um die Angst einer werdenden Mutter, die meistens Selbstzweifel empfindet – nicht ungewöhnlich für eine Schwangere, die ihr erstes Kind erwartet. Doch bei Malorie sind es nicht nur die normalen Zweifel und Ängste, schließlich lebt sie in einer Welt, die schlimmer nicht sein kann. Sie lebt in ständiger Angst. In der Angst, einen Fuß vor die Tür zu setzen. In der Angst, nur aus dem Fenster zu schauen. In der Angst, ein Kind ohne ärztliche Hilfe auf die Welt bringen zu müssen.
Die Geschichte ist geprägt von einer Hoffnungslosigkeit, die durch die große Angst der Protagonisten nur noch unterstützt wird. Ein wirklich grausames Szenario wird dem Leser hier geboten. Malorie muss sich ausschließlich auf ihr Gehör verlassen, da sie stets eine Augenbinde trägt, wenn sie das Haus verlässt. Wie hilflos ist da ein Mensch, der es einfach nicht gewohnt ist und sich somit selbst zum Blinden ernennt?
Am Anfang machte mich ein ganz besonderes Detail bezüglich einiger Namen etwas stutzig, was sich aber ganz am Ende noch klärte. Da sieht man erst, was die Protagonistin als Luxus empfindet…

Wie kann sie erwarten, dass die Kinder in ihren Träumen nach den Sternen greifen, wenn sie den Kopf nicht heben dürfen, um zu ihnen hinaufzuschauen?
Seite 86

 Mein Fazit

Josh Malerman hat mich mit seinem Horror-Thriller „Bird Box – Schließe deine Augen“ sehr mitgerissen, meine Begeisterung hielt sich an einigen Stellen allerdings doch in Grenzen. So spannend die Story auch geschrieben ist, so grausam sind einige Szenen und Äusserungen, bei denen es mich regelrecht schüttelte. Gerade, wenn es um Kinder und/oder Tiere geht, verstehe ich persönlich keinen Spaß mehr und bin eher angewidert. Da hat mir der Autor doch einiges an Lesefreude genommen und mich gerade mit zwei Aussagen sehr erschüttert! Ich verstehe sehr gut die Hoffnungslosigkeit und auch Ratlosigkeit in so einer aussichtslos erscheinenden Situation, aber einige Textpassagen musste ich etwas großzügiger überlesen… Ich vergebe an dieser Stelle 4 von 5 möglichen schwarzen Katzen.


 Der Autor 

Josh Malerman ist ein großer Fan von Gruselliteratur und zählt mehr als 500 Horrorfilme zu seinen Favoriten. Er schrieb zunächst Gedichte und Kurzgeschichten, doch seine professionelle Karriere startete er mit Songtexten, bevor er sich ganz seinem Debüt Bird Box widmete. Josh Malerman ist Sänger und Chef der gefeierten Indie-Band The High Strung, mit der er bereits zweimal in Guantanamo Bay aufgetreten ist. Er lebt heute mit seiner Verlobten in Royal Oak, Michigan.



320 Seiten
ISBN 978-3-7645-3121-8
Preis: 19,99 Euro

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag


Ich möchte mich an dieser Stelle noch recht herzlich beim Verlag und Blogg dein Buch für dieses tolle Rezensionsexemplar bedanken!




Kommentare:

  1. Hallöchen liebe Claudi,
    oha fandest du es echt stellenweise so schlimm? Ich habe es ja auch gelesen und bin eigentlich auch sehr empfindlich aber ich habe es durchgestanden. Ich kann mir gut vorstellen, welchen Szenen du meinst. Es war wirklich ziemlich heftig, aber es hat einfach ins Buch und den Kontext gepasst und daher war es für mich nicht übertrieben.

    Liebst, Lotta

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    1. Hey, liebe Lotta:)

      Ja, fand ich wirklich, obwohl es natürlich andererseits passte. Aber gerade solche Textpassagen finde ich unterirdisch und kommen meistens von Leuten, die keine Ahnung von Kindern haben, sorry.

      LG:)

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  2. Dieses Buch habe ich jetzt auch schon öfters gesehen :).

    Ich wird es mal auf meine WuLi schreiben :)

    Schöne Rezi <3

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    1. Mach das, es war wirklich spannend und anders :)

      Danke <3

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