Freitag, 13. März 2015

Mit Rosen bedacht von Jennifer Benkau




erschienen bei Bastei Lübbe

Der Klappentext

Ein Unfall zerstört Wandas heile Welt: Ihr Verlobter, den sie in wenigen Tagen heiraten wollte, wird schwer verletzt und fällt ins Koma. Niemand weiß, ob er je wieder aufwachen wird. Als Wanda versucht, Karims Angelegenheiten zu regeln, stößt sie auf immer mehr Ungereimtheiten in seinem Leben. Tiefer und tiefer dringt sie in ein Netz aus Lügen und Geheimnissen vor, bis sie sich fragen muss: Wer ist Karim wirklich? Hat sie ihren Geliebten je gekannt?
Schließlich kommt Wanda einem entsetzlichen Verbrechen auf die Spur, und alles deutet darauf hin, dass Karim große Schuld auf sich geladen hat. Doch während seine Augen geschlossen bleiben, schwebt Wanda bald selbst in höchster Gefahr ...

Meine Meinung zum Cover

Das Cover gefällt mir sehr gut. Als Motiv wurde eine Rose ausgewählt – was könnte zum Titel passender sein? Die Farben sind nicht zu grell, sondern sehr angenehm anzuschauen. Die Story besteht aus 22 Kapiteln, die allesamt mit einem Zitat eines berühmten Dichters oder einem arabischen Sprichwort beginnen.


Charaktere und meine Meinung

Wanda ist eine recht sympathische Frau Mitte Zwanzig, die mitten in den Hochzeitsvorbereitungen steckt. Sie sucht sehr oft die Sicherheit in Zahlen, damit sie die Chancen einer Sache besser ausloten kann. Wanda ist Referendarin an einer Grundschule, was von der Autorin gut geschildert wurde. So bekommt der Leser nicht nur einen Einblick in Wandas Privat- sondern auch Berufsleben. Stellenweise wirkte die Protagonistin aber sehr naiv, was mich so manches Mal die Augen verdrehen ließ.
Karim ist Perser und seit vier Jahren mit Wanda zusammen. Zur Zeit liegt er durch einen Autounfall mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma im Koma. Der Leser lernt Karim durch die Rückblicke kennen, was mir gut gefallen hat. Ich mochte ihn nicht sonderlich, da er auf mich die ganze Zeit undurchschaubar wirkte.
Müller ist Wandas langjährige Freundin, die immer an ihrer Seite ist und somit als große Stütze fungiert. Für mich eine große Sympathieträgerin in der Geschichte.

Endlich wieder ein neues Buch der Autorin, worauf ich mich sehr gefreut habe! Dieses Mal hat Jennifer Benkau allerdings die fantastischen Elemente beiseite gelassen und einen Roman mitten aus dem Leben kreiert. Etwas Neues, aber durchaus lesenswert.
Die Story spielt abwechselnd in der Gegenwart und der Vergangenheit. So werden vom Kennenlernen bis zu Karims Unfall die letzten vier Jahre der beiden geschildert. Die Protagonisten wurden mit jeder Seite lebendiger, ein Markenzeichen der Autorin. Wanda plagt sich anfangs sehr mit Schuldgefühlen und lässt die berühmte Frage „was wäre, wenn“ natürlich auch in ihrem Kopf aufkommen. Mit der jetzigen Situation ist sie eindeutig überfordert. Sie lässt die letzten Jahre Revue passieren und entdeckt immer mehr Unstimmigkeiten in ihrem Leben mit Karim. Oft konnte ich nur genervt aufstöhnen, da Wanda in ihrer Handlungsweise stellenweise sehr naiv und blind war. Für eine gestandene Frau in ihrem Alter schon etwas ungewöhnlich.

Ich kann dich nicht mehr gehen lassen, hatte er in der Nacht unserer Verlobung zu mir gesagt, weil du der einzige Mensch auf der ganzen Welt bist, mit dem ich zusammen allein sein kann.
Seite 48

Durch das Springen zwischen den Zeiten erkennt der Leser ganz klar einen Unterschied: Früher war es das pralle Leben für Wanda und Karim, nun ist gerade ihr Leben von Stille und Trauer geprägt. Die ersten 100 Seiten passiert nicht all zu viel, hauptsächlich lernen wir gerade Karim besser kennen. Seine Macken, seine auf einige Frauen charmant wirkende Art und auch die ersten Anfänge der Liebe zwischen ihm und Wanda. Ich konnte mich zu der Zeit schon nicht wirklich mit ihm anfreunden. Gerade, was seine Familie betrifft, ist der junge Mann äusserst verschlossen. Dies wirkte auf mich geradezu verdächtig.

„Ohne Wurzeln treibt man im Wind.“
Seite 317

 Mein Fazit

Jennifer Benkau hat mir mit ihrem Buch „Mit Rosen bedacht“ schöne Lesestunden beschert. Hier gibt es keinerlei Fantasyelemente, nur die häufig schonungslos auftretende Realität. Trotzdem ist dieser Roman ein „typischer Benkau“, denn ihre Figuren werden nicht auf Hochglanz poliert, sondern stellen sich dem Leser mit all ihren Ecken und Kanten dar. Keine übertriebene Perfektion – gerade so, wie das wahre Leben auch ist. Für mich ist dies die Handschrift der Autorin, welche man in jedem Buch von ihr wieder findet. Gefällt mir ausserordentlich gut! Ebenso das Aufgreifen und die Bedeutung des Titels innerhalb der Geschichte. Das Thema Fremdenhass wird in diesem Buch auch leicht angeschnitten, ist aber nicht der Kernpunkt des Ganzen. Der Leser wird mit Protagonistin Wanda auf eine Reise der Wahrheitsfindung geschickt, die ein etwas überraschendes Ende beinhaltet. Für den Mut, etwas Neues zu erschaffen, die Authenzität der Figuren und eine sich gut entwickelnde Story erhält „Mit Rosen bedacht“ von mir 4 von 5 möglichen schwarzen Katzen.


Die Autorin

Jennifer Benkau wurde im April 1980 in der Klingenstadt Solingen geboren und lebt heute mit ihrem Mann, einem Haufen Kindern und zwei Hunden im Rheinland. Nachdem sie in ihrer Jugend Geschichten in eine anachronistische Schreibmaschine hämmerte, verfiel sie pünktlich zum Erwachsenwerden in einen literarischen Dornröschenschlaf, aus dem sie im Dezember 2008 von ihrer ersten Romanidee stürmisch wachgeküsst wurde. Gut ausgeschlafen widmet sie sich seitdem Romanen für Erwachsene und Jugendliche.
ab 16 Jahren
316 Seiten
ISBN 978-3-431-03915-3
Preis: 14,99 Euro

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

An dieser Stelle möchte ich mich noch recht herzlich beim Verlag für die Bereitstellung dieses tollen Exemplars bedanken!


Kommentare:

  1. Hallo:)
    Das Cover ist wirklich schön! Das Buch muss ich mir unbedingt mal anschauen *-*
    Ich mag Liebesgeschichten generell auch...
    Liebe Grüße & weiterhin viel Spaß beim lesen,
    Anna

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