Donnerstag, 19. März 2015

Deleted – Traue niemandem von Margit Ruile




erschienen bei Bloomoon

Der Klappentext

Berlin 2034. Ben lebt ein ganz normales Leben mit seiner Familie. Den Alltag regelt wie bei allen anderen Menschen sein Slave für ihn. Eine Hologramm-Figur, die ihm bei Recherchen hilft, seine Termine plant und auch ansonsten immer für ihn da ist. Dank ihm hat Ben Zugriff auf alle möglichen Kameras in der Stadt. Ben stellt die ständige Überwachung der Slaves irgendwann in Frage und gerät an die falschen Freunde. Um Teil dieser Gruppe zu werden, soll Ben seinen Slave Sakar auslöschen.

Ben folgt dieser Aufforderung, obwohl ihm Sakar geholfen hat, die Aufnahmeprüfung für die Akademie zu bestehen. Kurz darauf wird er in der Akademie aufgenommen und trifft dort auf den schwerfälligen Eigenbrötler Lennart, den klugen und aufrührerischen Jonas und die perfekte Zoe. Zoe spricht wie ein wandelndes Werbeplakat für das Internat. Aber irgendwie kommt Ben das alles sehr merkwürdig vor.

Und als Jonas nach einer gewagten Diskussion im Unterricht plötzlich mitten in der Nacht verschwindet, weiß Ben nicht, wem er noch trauen kann.

 Meine Meinung zum Cover

Das Cover dieses Buches gibt schon die ersten Hinweise auf eine technische Handlung der Story wieder. Eine Hälfte des abgebildeten Gesichts wird verzerrt, wie durch eine technische Störung verursacht. Die Story besteht aus 3 Teilen, in denen sich insgesamt 27 betitelte Kapitel tummeln.


 Charaktere und meine Meinung

Ben ist 15 Jahre alt und schreibt seine Geschichte auf. Dadurch tritt er zeitweise in direkten Kontakt mit dem Leser, was mir sehr gut gefiel. Er ist ein durchschnittlicher Junge, der lieber mit seinem Slave Sakar zusammen ist als mit seinen Mitmenschen. Ben leidet an Asthma. Seinen Slave hat er schon seit 10 Jahren und kann sich ein Leben ohne ihn nicht vorstellen.
Sakar ist eine Hologramm-Figur, die alles für Ben in seinem Alltag macht. Er hat einen eigentümlichen Humor, der nicht für jedermann geeignet ist. Eigentlich ganz sympathisch, wenn man bedenkt, dass er nur ein Programm ist.
Zoe ist die Vorzeigeschülerin auf der Akademie. Sie ist sehr notenorientiert und wirkt dadurch unsympathisch. Doch nicht nur bei ihr lohnt es sich, einen Blick hinter die Fassade zu werfen…

Die Zeit ist eine Gerade, die aus der Vergangenheit in die Zukunft führt.
Seite 13

Die Geschichte spielt 20 Jahre in der Zukunft, was mir schon wie eine Ewigkeit vorkam. Eine absolut technikorientierte Welt, in der die wahren Werte verloren gegangen sind. Jeder Mensch hat sein eigenes E-brace. Dies ist ein Armband, durch das die Holofigur erscheinen kann. Die Menschen in diesem zukünftigen Berlin stehen unter ständiger Bewachung - Kameras, wohin man blickt. Rein gar nichts bleibt unbeobachtet, ausser man findet ein Schlupfloch…
Die Geschichte wird aus der Sicht von Protagonist Ben geschildert, wobei immer wieder kursiv gedruckte Passagen mit eingebunden werden. Diese sind der direkte Kontakt zu dem Leser. Ansonsten geht es um vorangegangene Ereignisse, die Bens Leben komplett auf den Kopf gestellt haben. Die Story wird geprägt von Misstrauen und Mut zur Veränderung. Nicht immer sehr leicht, aber manchmal hat man keinen anderen Ausweg.

 Mein Fazit

Margit Ruile konnte mich mit ihrem Jugendbuch „Deleted – Traue niemandem“ nicht richtig mitreissen. Es enthält schon seine spannenden Stellen, aber irgendwie sprang der Funke nicht wirklich über. Die Charaktere blieben für mich blass und eher unscheinbar, eine emotionale Bindung kam zu keinem von ihnen zustande. Der Schreibstil ist flüssig, doch manchmal fehlten die entsprechenden Satzzeichen und es kamen Grammatikfehler vor. Die Story ist eigentlich sehr interessant, aber keineswegs mehr neu. Der Leser kann problemlos Parallelen zu verschiedenen anderen Büchern ziehen. Einige Erklärungen kamen mir zu spät, einige Ereignisse erschienen mir unlogisch oder unpassend. Dies schmälerte mein Lesevergnügen um einiges. Zudem wird das Ende sehr offen gelassen, was gar nicht mein Fall ist. Ein nettes Buch für zwischendurch, das von mir 3 von 5 möglichen schwarzen Katzen erhält.


 Die Autorin

Margit Ruile wurde 1967 in Augsburg geboren. Bevor sie ihr erstes eigenes Buch veröffentlichte, studierte sie Regie an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film, an der sie nach ihrem Abschluss lange Zeit unterrichtete. Zugleich drehte sie Dokumentarfilme und arbeitete als Drehbuchlektorin. Margit Ruile lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern in München.

ab 12 Jahren
256 Seiten
ISBN 978-3-8458-0639-6
Preis: 12,99 Euro

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

An dieser Stelle möchte ich mich noch recht herzlich beim Verlag, der Autorin und den Organisatoren der Leserunde bei Lovelybooks für dieses Exemplar bedanken!

Kommentare:

  1. Huhu!

    Schade, schade, die Idee klang so klasse!

    Ich habe dich getaggt für den Social Media Tag und würde mich freuen, wenn du mitmachst:
    http://mikkaliest.blogspot.de/2015/03/tag-der-woche-social-networks-tag.html

    Liebe Grüße,
    Mikka

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    1. Hey, Mikka:)

      Ja, fand ich auch etwas schade:(

      LG:)

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  2. T_____________T

    CLAUDIA NOOOOOOOOOOOOOOIN! ES WAR DOCH SO SCHÖN AUF MEINER WULI! *Es wieder weglöschen tu* Ich hab bisher nix gutes von gehört...und du bestärkst mich mit deiner ehrlichen Meinung damit, dass es net so richtig "ausgearbeitet" worden ist. Uff. TAUSEND DANK und wie immer: SUPER geschrieben und erklärt!

    *drück*
    ~ Jack

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    1. Na siehste, eins weg, dafür ein anderes wieder rauf - schon ist das Gleichgewicht wieder hergestellt ;)
      Ich war auch wirklich enttäuscht, denn die Idee ist ja klasse. Aber Schönreden bringt ja auch nix, bin ich auch nicht der Typ für. Wenn ich nicht ehrlich zu mir selbst bin, hat das Rezischreiben doch keinen Sinn, oder?
      Dankeschön :)

      LG <3

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