Montag, 23. Februar 2015

Seth. Als die Sterne fielen von Christine Millman




erschienen bei Impress

Der Klappentext

Noch 336 Stunden, dann wird der Asteroid Seth die Erde erreichen. Während die Regierung die Gefahr zu verschleiern versucht, findet die achtzehnjährige Mariam heraus, was den Menschen tatsächlich bevorsteht. Die Verwüstung ihres Planeten. Dennoch gehört ausgerechnet Mariam zu den wenigen Auserwählten, die auf eine Rettung zählen können. Trotz oder vielleicht gerade wegen der drohenden Katastrophe, wagt sie es endlich auf Chris zuzugehen, den Jungen, in den sie schon so lange verliebt ist. Aber es bleibt nicht mehr viel Zeit…

Meine Meinung zum Cover

Das Cover hat für mich etwas Schwermütiges an sich. Es ist in einem dunklen Blau gehalten, ein Mädchen ist das Motiv – wahrscheinlich Protagonistin Mariam. Ihr Blick und die Tatsache, dass sie fast wie ein Geist erscheint, versetzten mich in eine melancholische Stimmung. Das Impress-Logo ist natürlich wieder einmal farblich angepasst. Die Story besteht aus 25 Kapiteln, die abwechselnd von den Protagonisten Mariam und Chris erzählt werden.


Charaktere und meine Meinung

Mariam ist eine sehr zielstrebige junge Frau, die ausser Lernen nichts weiter in ihrem Leben hat. Im Angesicht der angekündigten Katastrophe ist dies natürlich zu wenig und sie beginnt zu begreifen, was ihr das konstante Lernen alles genommen hat. Die Liebe zu ihrer Oma wird ganz deutlich dargestellt, was mir so manches Mal das Herz schwer werden ließ.
Chris ist ein sympathischer junger Mann, der etwas tollpatschig vor dem ersten Date mit Mariam wirkt. Er bekommt die Sätze nur stammelnd heraus, was ich wirklich erfrischend fand. Oftmals sind gerade die Jungs ja die Coolen, doch hier wird eine ganz authentische Reaktion dargestellt, die mir gut gefiel. Chris liebt seinen kleinen Bruder Luca trotz der ständigen Streitereien natürlich sehr und möchte nur sein Bestes. Eine schöne Verbindung zwischen Brüdern.

Die Story beginnt mit einer Nachrichtenmeldung über den bevorstehenden Einschlag des Asteroiden Seth. Dadurch wird der Leser sofort mitten ins Geschehen geworfen, es gab keinerlei langsames Heranführen. Die Neugier war geweckt und so flogen die Seiten nur so durch meine Finger. Zwischendurch werden immer wieder kleine Meldungen zur aktuellen Situation mit eingestreut, was mir sehr gut gefiel. So kommt man als Leser dem Tag X immer näher und fiebert noch mehr mit. Ich war sehr erschüttert, als Mariam die Nachricht von ihrer Mutter bekam, dass der Asteroid tatsächlich einschlagen würde. Was geht in so einem Moment in einem vor? Kann man da überhaupt noch klar denken? Mariam dachte als erstes an ihre Mitmenschen aus ihrer näheren Umgebung, was mir sehr imponierte! Viele andere hätten wahrscheinlich gerade in dem Alter hauptsächlich an sich selbst gedacht, was ich aber auch verstehen würde.
Die Regierung macht selbstverständlich eine einzige Farce aus der Geschichte, vieles wird verharmlost. Doch dann macht sich eine unvermeidbare Panik breit, Unruhen kommen auf, Hamsterkäufe werden getätigt. Erschreckende Szenen spielen sich ab. Die Lage spitzt sich immer mehr zu und wird von Seite zu Seite beklemmender.
Emotional angedachte Momente findet der Leser hier zuhauf, gerade im Bezug auf die Szenen mit Mariams Großmutter. Diese schnürten mir schon so manches Mal die Kehle etwas zu… Obwohl ich dazu sagen muss, dass einige Passagen ruhig etwas emotionaler hätten sein dürfen. Ich fühlte mich teilweise nur wie ein Zuschauer und tauchte nicht wirklich komplett in die Geschichte ein. Der Schreibstil erschien mir so manches Mal einfach zu nüchtern.

„Wissen zu erlangen ist gut“, fuhr ihre Großmutter fort. „Doch ebenso wichtig ist auch, dass du lernst, das Leben zu genießen. Spaß zu haben. Du denkst vielleicht: Was schert es mich? Ich bin jung, ich sterbe irgendwann in ferner Zukunft. Glaube mir, Kind: Irgendwann kommt schneller als du denkst.“
7% des E-Books

Mein Fazit

Christine Millman hat mit „Seth. Als die Sterne fielen“ eine erschreckende Story kreiert, die so manch beklemmenden Moment hatte. Schon nach den ersten Seiten kamen mir Filme wie 2012 oder Deep Impact in den Sinn, da das Szenario natürlich keineswegs neu ist. Doch das ist gar nicht negativ gemeint, denn die Autorin hat etwas ganz Eigenes aus dieser Idee  gemacht. Sie hat mit Mariam und Chris nette Protagonisten geschaffen, die die meiste Zeit auch logisch und authentisch handeln. Mit den letzten ca. 25% des E-Books hatte ich allerdings so meine Schwierigkeiten, da mir das Sterben zu massiv und die Spannung zu flach wurde. Das Warten auf Seth und die Neugierde, was nun letztendlich wirklich passiert, gefielen mir eindeutig besser. Doch trotz der Kritik habe ich mit diesem Buch schöne Lesestunden verbracht und hoffe, dass unsere Erde niemals von einem Asteroiden getroffen werden wird – in so einer Welt möchte man nicht unbedingt leben! Das Ende lässt noch viel Raum für eine eventuelle Fortsetzung, die ich auf jeden Fall gerne lesen würde :)
Für mich hat „Seth. Als die Sterne fielen“ noch knappe 4 von 5 möglichen schwarzen Katzen verdient.


 Die Autorin

Christine Millman lebt in einem beschaulichen Kurort in Hessen. Da dort rein gar nichts los ist, bleibt ihr keine andere Wahl, als sich immer wieder in fiktive Abenteuer zu stürzen, sei es durch Lesen, Filme oder Schreiben. Gelernt hat sie Erzieherin, später schulte sie zur Mediengestalterin um. Zurzeit arbeitet sie für eine regionale Zeitung und schreibt nebenbei an ihrem nächsten Roman.

E-Book
ab 14 Jahren
348 Seiten
ISBN 978-3-646-60091-9
Preis: 3,99 Euro

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

An dieser Stelle möchte ich mich noch recht herzlich beim Verlag, den Organisatoren der Leserunde bei Lovelybooks und der Autorin für dieses Exemplar und die interessante Leserunde bedanken!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen