Mittwoch, 11. Februar 2015

Neva von Sara Grant




ehemals erschienen im PAN-Verlag

Der Klappentext

Vor langer Zeit wurde Heimatland durch eine mächtige Energiekuppel von der Außenwelt abgeschottet. Die Regierung beteuert, dass dies zum Schutz der Bürger geschah. Sie weiß, was richtig für die Menschen ist – und erstickt jede Kritik im Keim.
Als Tochter eines Ministers hat Neva bisher ein privilegiertes Leben geführt. Doch nun wird sie 16 und damit volljährig. Die Regierung erwartet von ihr, schnell Kinder zu bekommen, denn Heimatland braucht neue Bürger. Zum ersten Mal ist Neva nicht bereit, widerstandslos zu tun, was man von ihr verlangt. Gemeinsam mit ihrer Freundin Sanna beschließt sie, sich zu wehren. Doch dabei verliebt sich Neva nicht nur in den einen Jungen, der für sie tabu sein muss, sondern bringt sich in tödliche Gefahr: Denn was als harmloser Protest beginnt, wird schnell zu etwas viel Größerem – und Heimatland kennt keine Gnade.

Meine Meinung zum Cover

Das Cover ist nicht sehr spektakulär. Zu sehen ist eine Gesichtshälte von Protagonistin Neva auf einem dunklen Hintergrund. Die Story besteht aus 35 Kapiteln und wird in der ersten Person geschildert.


Charaktere und meine Meinung

Neva gefiel mir sehr gut, da sie versucht, sich gegen das System aufzulehnen. Solche Figuren gefallen mir oftmals, da sie nicht alles stillschweigend hinnehmen. Neva bleibt dadurch trotzdem noch sympathisch, man nimmt ihr die Trauer wegen dem Verlust ihrer Großmutter vollkommen ab.
Sanna mochte ich auch, doch sie ist noch etwas radikaler und macht sich über eventuelle Konsequenzen nicht so viele Gedanken. Das kann leicht mal nach hinten losgehen…
Ethan ist Nevas Freund und gehört nicht zu den Rebellen. Er ist vor einiger Zeit schon einmal verhaftet worden und nun wesentlich vorsichtiger. Nevas Tun heisst er nicht gut und macht sich Sorgen um sie.
Braydon ist sowas wie der Bad Boy der Story. Allein sein Kleidungsstil zeugt von Auflehnung gegen das System. Ich mochte ihn nun nicht sonderlich gerne, da er in meinen Augen nicht immer offen und ehrlich mit seinen Mitmenschen ist.
Effie ist die Sekretärin von Nevas Dad. Sie ist äusserst präzise in ihrer Arbeit und macht einen sehr verknöcherten Eindruck. Doch trotzdem blitzt ein Funke von Menschlichkeit bei ihr auf, wenn man ganz genau hinsieht.

Ich habe dieses Buch zum zweiten Mal gelesen, das erste Mal war ich nicht so richtig begeistert. Doch ein erneutes Lesen tat eigentlich ganz gut, das Buch sorgte bei mir für eine nette und kurzweilige Leseunterhaltung.
Eine typisch dystopische Welt wird hier aufgezeigt. Die Menschen leben unter einer Kuppel, ausserhalb soll kein Leben existieren und das System bestimmt sogar die Ausgabe von Verhütungsmitteln. Nur Gleichheit kann überleben und es dem System recht machen. Wieder einmal ein erschreckendes Szenario! Zwischenzeitlich wird von der „alten Zeit“ im Geheimen geredet, geheime Aufzeichnungen zeigen ein völlig anderes Leben – doch dann kam der „Terror“. Vieles wird unterdrückt oder bei einem Nichtkonformgehen radikal ausgelöscht. So verschwinden auch immer wieder Menschen spurlos. Der Leser merkt ganz deutlich, wie einfach es so eine Regierung haben kann. Den Menschen nur genug (Un)Wahrheiten eintrichtern, dann funktioniert es schon.
Der Schreibstil hat mir gut gefallen, ließen sich die Seiten doch im Nu durchlesen. Die Autorin verwendet keine ausgefallenen oder erfundenen Begriffe, für die es keine Erklärung gibt. Die Story ist zwar nicht sehr actionreich, enthält aber eine Menge an Geheimnissen, was ich interessant fand.
Ebenfalls gefielen mir die Schneeflocken, die bei jedem Kapitel auftauchen. Eine direkte Verbindung zu dem Namen und Titel „Neva“. Ebenso lautet der Spitzname, den ihr ihre Großmutter gab.

In meiner dunkelsten Stunde hat sie ein helles Licht entzündet.
Seite 217

 Mein Fazit

Sara Grant hat mit ihrer Dystopie „Neva“ eine wahrlich schreckliche Welt kreiert, in der ich nicht leben möchte. Alles wird bestimmt, zugeteilt, auf Gleichheit Wert gelegt – das kann doch mit der Zeit nicht gutgehen! Die Protagonisten müssen so manches Opfer für ihre Freiheit bringen, was für mich auch die Kernaussage des Buches war. Alles kann man nicht haben, man ist gezwungen, Prioritäten zu setzen. Die Geschichte war sehr gut verständlich, eine großartige Spannung oder Action gibt es hier allerdings nicht. Eine Fortsetzung wäre zwar wünschenswert gewesen, aber auch so kann man das Buch nach dem Lesen getrost
ins Regal stellen. Ich freue mich, dem Buch noch eine neue Chance eingeräumt zu haben
und vergebe an dieser Stelle 4 von 5 möglichen schwarzen Katzen.


 Die Autorin

Sara Grant wurde 1968 im amerikanischen Bundesstaat Indiana geboren, wo sie Journalistik und Psychologie studierte, bevor sie ihrem Mann nach London folgte; dort arbeitet sie bei einer Literaturagentur.

Nur noch als E-Book über den Knaur Verlag erhältlich!
368 Seiten
ISBN 978-3-426-40884-1
Preis: 6,99 Euro

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

Dieses Buch habe ich als Mängelexemplar in der Printausgabe erstanden. Wenn es Probleme hinsichtlich des ehemaligen Verlags geben sollte, bitte ich darum, mich zu kontaktieren!

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