Mittwoch, 28. Januar 2015

Twin Island von Jessica Khoury




erschienen bei Arena

Der Klappentext

Sophie ist fest entschlossen, ihre Mutter zu finden, die sie und ihren Vater vor Jahren verlassen hat, um auf einer entlegenen Insel zu forschen. Dort angekommen, merkt Sophie jedoch schnell, dass etwas nicht stimmt. Auf der Insel leben Menschen mit außergewöhnlichen Talenten. Menschen, die Sophies Mutter erschaffen hat, um sich deren besondere Fähigkeiten zunutze zu machen. Doch der Preis dafür ist hoch. Noch bevor Sophie die ganze Wahrheit begreift, erkennt sie, dass sie selbst das bestgehütete Geheimnis von allen ist und in tödlicher Gefahr schwebt.

 Meine Meinung zum Cover

Das Cover finde ich sehr gelungen. Zu sehen ist eine Insel, die in einem Reagenzglas gefangen gehalten wird. Schöne Idee. Der Titel ist sehr groß und mittig angeordnet. In einem Pink, dass man als potenzieller Käufer kaum übersehen kann. Meiner Meinung nach verraten der deutsche und der Originaltitel viel zuviel von der eigentlichen Story. Diese besteht aus 38 Kapiteln, die aus wechselnden Perspektiven erzählt werden.


Charaktere und meine Meinung

Sophie ist 17 Jahre alt und freut sich, endlich eine Einladung ihrer Mutter zu bekommen. Sie sagt keiner Menschenseele etwas von ihrem Ausflug nach Skin Island. Sophie war mir nicht unsympathisch, doch entstand während des Lesens kein richtiger Kontakt zu ihr. Sie und auch die anderen Figuren blieben sehr gesichtslos für mich. Leider.
Jim ist 18 Jahre alt und ein alter Freund von Sophie aus Kindertagen. Er ist der Pilot, der sie auf die Insel fliegt.
Bei Lux kann ich auch weder von Sympathie, noch von Antipathie sprechen – dieses junge Mädchen tat mir einfach nur entsetzlich leid.
Nicholas hingegen mochte ich von Anfang an nicht. Er hat etwas Linkisches an sich, was mir persönlich überhaupt nicht gefällt.

„Es gibt kein Licht ohne Dunkelheit und keinen Körper ohne seinen Schatten.“
Seite 31

Die Idee hinter der Story fand ich sehr interessant, so dass mich das Buch zu einem Spontaneinkauf einlud. Doch leider hat der Klappentext vieles vorweg genommen, wodurch die Spannung eher ins Hintertreffen gelangte.
Die medizinischen Forschungen zur Heilung von Alzheimer fand ich als Ansatz sehr gut, bekam aber wenig davon geliefert. Wenn dann doch die Fakten erklärt wurden, war es viel zu unübersichtlich und fremdwörtergeprägt. Selbst als ehemalige Angestellte in diesem Bereich fiel es mir sehr schwer, folgen zu können.
Schon relativ früh im Storyverlauf erhält der Leser einige Erklärungen, was für die Geschichte ansich sehr förderlich sein sollte. Doch genau an diesem Punkt wurde eine Menge an Spannung einfach herausgenommen. Die Story plätschert ohne nennenswerte Eckpunkte einfach so dahin. Die Autorin schaffte es zwischendurch, mich ein- oder zweimal etwas zu überraschen, aber das war es dann auch schon wieder. Leider.
Sophies Streben nach Anerkennung und Liebe liessen mein Mutterherz dann doch noch etwas bluten. Es glich bald einer einzigen Tortur, die ein junges Mädchen so nicht durchmachen sollte. Da bleibt kaum noch Freiheit im Teenagerleben übrig.

Denn wenn man jemanden liebt, will man genau das - sich auf ihn einlassen. Du willst dich so sehr auf diesen Menschen einlassen, dass seine Schmerzen deine Schmerzen werden. Du willst dich bis zu dem Punkt auf ihn einlassen, an dem ein Nicht-drauf-Einlassen nicht mehr möglich ist, weil das Liebe ist, weil das Familie ist.
Seite 242

Mein Fazit

Jessica Khoury konnte mich mit ihrem Jugendthriller „Twin Island“ nur mittelmässig überzeugen. Es kam für mich keine großartige Spannung auf. Zum Ende hin gab es einen kleinen Showdown, der noch ein wenig Pepp in die Geschichte brachte. Doch auch hier fand ich einige Szenen zu wirr, die Szenewechsel zu übereilt. Insgesamt hat mich das Buch in eine merkwürdige Szenerie entführt, die ich nicht richtig zu fassen bekommen konnte. Die gesamte Story strahlte eine sehr klinische Atmosphäre aus, die Figuren blieben zu konturlos. Die Emotionen der Charaktere kamen bei mir nicht wirklich an, obwohl ich den Schreibstil ansonsten recht gut fand. Ich denke, dass die Autorin sich hier leicht verzettelt hat und einfach zuviel in die Geschichte einbringen wollte. Wären mehr Überraschungsmomente vorhanden gewesen, wäre die Idee wie eine Bombe eingeschlagen. Ein Buch, das man lesen kann, aber keineswegs muss. Da mich die Hintergründe sehr gereizt haben, ich das Cover toll finde und mir das Buch doch nette Lesestunden bereitet hat, vergebe ich hierfür gerade noch 3 von 5 möglichen schwarzen Katzen.


 Die Autorin 

Jessica Khoury hat syrische und schottische Wurzeln, lebt mit ihrem Mann in Toccoa, Georgia, und studierte Englisch am dortigen College. Neben dem Schreiben trainiert sie eine Jugendfußballmannschaft. „Die Einzige. In deinen Augen die Unendlichkeit“ ist ihr Debütroman, der auf Anhieb in mehrere Sprachen übersetzt wurde.

ab 14 Jahren
400 Seiten
ISBN 978-3-401-60034-5
Preis: 14,99 Euro

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

Kommentare:

  1. Huhu Claudia :))

    Schade, dass es dich nicht so überzeugen konnte :(((. Mal sehen ob ich mir es dann überhaupt kaufe :D

    Liebe Grüße<3

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    1. Hey, Mella:)

      Ja, ich bin auch etwas enttäuscht. Die Idee hört sich ja echt klasse an, aber der Klappentext hat´s etwas versaut...

      LG<3

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