Samstag, 15. November 2014

Imperium der Drachen – Das Blut des schwarzen Löwen von Bernd Perplies



erschienen bei Egmont INK

Der Klappentext

Iolan ist ein Findelkind und wächst gemeinsam mit seinem Ziehbruder Markos als Sohn eines einfachen Fischers auf. Doch als er das Mannesalter erreicht hat, wird sein Dorf von königlichen Soldaten in Schutt und Asche gelegt, die Einwohner fallen den Schwertern der Eindringlinge zum Opfer. Iolan entkommt mithilfe des geheimnisvollen Arastoth, der ihm eröffnet, dass auch seine echten Eltern durch den König ermordet wurden. Von Rachegelüsten getrieben, folgt Iolan seinem Retter in die Hauptstadt des Imperiums, nur um festzustellen, dass die Wahrheit deutlich komplizierter – und schrecklicher – ist als alles, was der alte Mann ihm erzählt hat.

Meine Meinung zum Cover

Das Cover sieht einfach nur nach großem Fantasy-Spektakel aus, wie ich es von einem High-Fantasy-Roman erwarte. Wir sehen einen Drachen im Kampf mit einem Menschen, im Hintergrund ganz klein altertümliche Bauten. Die Farbgestaltung ist gewaltig und fällt dem Leser sofort ins Auge. Ganz toll ist auch die Karte, die sich vorne und hinten im Buch befindet. Die Story besteht aus 35 Kapiteln, einem Personen- und Götterverzeichnis.

Meine Zusammenfassung

Iolan hat ein schönes Leben bei seiner Ziehfamilie. Seine Eltern sind sehr liebevoll und machen zwischen ihm und ihren leiblichen Kindern keinerlei Unterschied. Auch mit seinen Ziehgeschwistern Markos und Mirene versteht sich Iolan sehr gut. Zudem ist er einem Mädchen versprochen, mit dem er sehr gerne den Rest seines Lebens verbringen möchte. Doch dann kommt der Tag der Seeweihe, ein einschneidendes Erlebnis für heranwachsenden junge Männer. Eigentlich sollte der Tag einer der schönsten in Iolans Leben sein, doch ein brutaler Angriff auf das Dorf verhindert dies. Das Rätselraten um den Angriff beginnt, keiner kann sich erklären, warum es so gekommen ist. Iolan entkommt und schwört Rache. Rache für seine Familie – komme, was da wolle…


 Charaktere und meine Meinung

Iolan: der verstoßene Sohn
Markos: der zielstrebige Sohn
Mirene: die jüngste Tochter
Elea: die Versprochene Iolans
Clavio: der treue Gefährte
Agathon: der grausame König
Arastoth: der undurchsichtige Magier

Iolan ist ein wirklich kluger und sympathischer Protagonist, mit dem ich mitzittern konnte. Er ist nicht übereifrig oder gar jähzornig, obwohl seine Gedanken nach dem Angriff auf sein Heimatdorf natürlich auf Rache gepolt sind.
Markos ist der vier Jahre ältere Ziehbruder von Iolan und mir auch recht sympathisch. Auch er wirkt überaus zielstrebig, ohne Brutalität an den Tag zu legen.
Mirene ist 14 Jahre alt und die Ziehschwester von Iolan. Sie ist eigentlich ein typischer Teenager, nur in einer anderen Zeit als der unsrigen. Nach dem Angriff wirkt sie noch wesentlich gereifter als zuvor.
Iolans Ziehfamilie fand ich insgesamt sehr liebevoll, herzlich und ruhig. Da kommt kein lautes Wort über ihre Lippen, jedes Problem kann offen angesprochen werden. Wirklich eine sehr sympathische Familie!
Arastoth war mir von Anfang an sehr unsympathisch. Bei ihm wusste ich zu keiner Zeit, zu welcher Seite er tendiert.

Anfangs hatte ich einige Schwierigkeiten in die Geschichte einzutauchen. Der Leser wird mit einer Namensflut von Personen und Orten geradezu bombardiert, so dass ein stetiges Nachblättern im Personenverzeichnis unerlässlich ist. Mit der Zeit klappte es immer besser und der Lesespass nahm bei mir zu.
Sehr interessant und auch ausführlich fand ich die ersten knapp 50 Seiten, in denen die Story mitunter 17 Jahre vor den eigentlichen Ereignissen spielt. Eine sehr gute Einleitung, die so manches erklärt. Innerhalb dieser ersten Seiten gibt es zusätzlich einen Zeitsprung von zwei Jahren.
Nach dem Angriff auf Efthaka teilt sich das Geschehen in verschiedene Stränge, da die Charaktere aufgeteilt werden. Sie begeben sich auf eine große Reise mit unbekanntem Ausgang. So werden verschiedene Perspektiven aufgezeigt, die mitunter sehr interessant, aber stellenweise auch schwierig sind. Die Story verlangt dem Leser eine hohe Auffassungsgabe ab, damit man den Anschluss nicht verpasst. Bei langen Kapiteln, die sich nur um einen Strang drehen, nicht immer ganz einfach.
Was mich sehr ermüdete waren die endlosen Gespräche über Kriegstaktiken und –strategien. Da wurden wieder die Namen sehr durcheinander gewürfelt und auch die abgebildete Karte im Buchdeckel musste öfter zu Rate gezogen werden.
Die Lage um die Protagonisten spitzt sich immer mehr dramatisch zu, bis dem Leser ein fulminantes Finale präsentiert wird.

Mein Fazit

Bernd Perplies konnte mich mit dem Auftaktband zu seiner neuen High-Fantasy-Reihe „Imperium der Drachen – Das Blut des schwarzen Löwen“ stellenweise sehr begeistern. Man merkt, wie sehr der Autor seine Fantasie spielen lassen und somit eine recht imposant dargestellte Welt erschaffen hat. Allerdings waren mir viel zu viele Namen im Spiel, die mich manchmal den Überblick verlieren ließen. Ein Pluspunkt dazu ist natürlich das Personenverzeichnis.
Die Story lebt von Lügen, Manipulation und Verschleierung. Die Kunst der speziellen Magie, die hier aufgezeigt wird, konnte mich faszinieren und fesseln. Mit Iolan und seiner Familie hat der Autor eine sehr sympathische Familie erschaffen, bei der es mir um jeden Verlust sehr leid tat. Wie auf dem Buchrücken angegeben „High Fantasy trifft Antike“ – treffender geht es gar nicht mehr. Eine wirklich sehr interessante und auch explosive Mischung, die sicherlich eine große Leserschaft begeistern kann! Fans von „Game of Thrones“ und „Kampf der Titanen“ sind hier goldrichtig. Wer allerdings anhand des Titels viele Drachen erwartet, der sei erst einmal gewarnt: Es ist nicht immer alles so, wie es scheint ;)
Für diese tolle Mischung aus High Fantasy und der Antike vergebe ich 4 von 5 möglichen schwarzen Katzen und bin auf die Fortsetzung gespannt.


 Die Reihe:

Imperium der Drachen – Das Blut des schwarzen Löwen
Imperium der Drachen – Kampf um Aidranon (erscheint im Juli 2015)

Der Autor

Bernd Perplies, geboren 1977 in Wiesbaden, studierte Filmwissenschaft und Germanistik in Mainz. Parallel zu einer Anstellung beim Deutschen Filminstitut in Frankfurt a. M. wandte er sich nach dem Studium dem Schreiben zu. Heute ist er als Schriftsteller, Übersetzer und Journalist tätig.

450 Seiten
ISBN 978-3-86396-070-4
Preis: 12,99 Euro

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag für die Bereitstellung dieses tollen Exemplars bedanken!


Kommentare:

  1. Eine sehr gute Rezension - jetzt ist es doch noch auf meine Wunschliste gewandert :)

    http://janinas-buecherkiste.blogspot.de

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  2. Tolle Rezi :))

    Das Buch steht auf meiner WuLi :))

    <3

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