Montag, 13. Oktober 2014

Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe von A.J. Betts



erschienen bei KJB

Kopf an Kopf liegen Zac und Mia in ihren Krankenhausbetten, nur durch eine dünne Wand getrennt. Alter: 16. Diagnose: Krebs. Gefühlszustand: isoliert und allein. Und aus ersten Klopfzeichen erwächst eine Liebe, die unter normalen Umständen niemals möglich gewesen wäre … (Klappentext)

Das Cover dieses Buches ist sehr schlicht und minimalistisch gehalten. Ein gedämpftes Beige unterstreicht dies nur noch. Als Motiv sieht der Leser einzig eine Blume in blau. Die Story beinhaltet 3 Teile, in denen sich 39 Kapitel und der Epilog befinden. Im ersten Teil schildert Zac die Ereignisse aus seiner Sicht, im zweiten Teil wechselt er sich mit Mia ab, bevor Teil 3 komplett aus Mias Sicht geschildert wird.

Bei Zac wurde vor zehn Monaten Leukämie festgestellt. Seitdem besteht sein Leben aus Krankenhausaufenthalten, Chemotherapie und einer Knochenmarkstransplantation. Er wird nach der Transplantation aus medizinischen Vorsichtsmaßnahmen für mehrere Wochen von der Aussenwelt isoliert. Nur seine Mutter ist stets bei ihm. Bis in das Zimmer nebenan eine neue Patientin einzieht: Mia…


Wow, wieder einmal ein recht emotionales Buch, das mich glatt zum Nachdenken gebracht hat. Dieses Buch ist auf jeden Fall nichts für depressive Menschen, und schon gar nicht in der kommenden dunklen Jahreszeit.
Zac ist ein wunderbarer Protagonist. Er hat trotz der schweren Krankheit seinen Humor nicht verloren. Manchmal schwenkt dieser auch in Sarkasmus um, aber auch das ist sehr sympathisch an ihm. Er macht sich sehr viele Gedanken über seinen Krebs. Zac studiert Statistiken und ist schon fast ein Experte auf dem Gebiet. Ich fand es wirklich gut, dass er sich mit dem Thema auseinandersetzt und nicht den Kopf in den Sand steckt. Sein Körper verändert sich massiv nach der Transplantation. Auch wenn es Zac unglücklich macht, begegnet er den Tatsachen noch mit Humor. Der erste Teil der Story wird ausschließlich aus seiner Sicht erzählt. So bekommt der Leser einen guten Draht zu Zac. 
Mia ist da ganz anders. Sie macht ihrer Umwelt etwas vor, indem sie gerade auf Facebook ihren Freunden nichts von ihrer Krankheit erzählt. Alles soll beim Alten bleiben – Mia hat unglaubliche Angst. Angst vor dem Krebs und Angst vor dem Sterben. Der einzige, mit dem sie sich wirklich austauschen kann ist Zac. Ihre Art der Kommunikation ist nicht das „Normale“. Zuerst sind es Klopfzeichen, dann wird es das Internet. Im zweiten Teil, der 14 Wochen später ansetzt, wird auch aus Mias Sicht erzählt. Ich muss sagen, dass ich mich nicht richtig für sie erwärmen konnte. Sie ist wirklich eine kleine Kratzbürste, die einen ganz schön runterziehen kann. Ständig jammert sie nur und ist dabei sehr egoistisch und vor allem leidend. Ihr Verhältnis zu ihrer Mutter ist auch nicht das Beste. Verwundert war ich da, als ihre Beziehung urplötzlich eine komplette Kehrtwendung nahm und die beiden sich auf einmal wieder besser verstanden. Habe ich da etwas überlesen? Überhaupt geschehen einige Dinge viel zu schnell und wirken daher überstürzt.
Die Story bietet sehr viel medizinisches Fachwissen, was die Autorin aber geschickt verpackt hat. Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, mit Informationen „vollgelabert“ zu werden.
Die Liebesgeschichte hätte ich mir ausführlicher gewünscht. Hier kam für mich leider gar nichts rüber.

Ich bin immer wieder erstaunt, wie das scheinbare Chaos des Universums genau weiß, was es tut, als wäre alles vor dreizehn Millionen Jahren verabredet worden und die Galaxien befolgen seitdem die Regeln. Sie alle bewegen sich dort oben in genau der passenden Geschwindigkeit. Alles ist am richtigen Platz, während wir Menschen in der kurzen Zeit, die wir haben, alles vermasseln.
Seite 153

A.J. Betts hat mich mit ihrem Roman „Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe“ sehr nachdenklich gemacht. Sie führt einem die eigene Sterblichkeit und die seiner Lieben sehr vor Augen. Keiner von uns weiß, wann und wie er sterben wird – und das ist auch gut so. Doch durch diese Story sieht man mal wieder, wie schnell sich das Leben zum Negativen verändern kann, wie schnell einen eine schwere Krankheit treffen kann. Durch den sehr flüssigen Schreibstil bin ich nur so durch die Seiten geflogen und habe Zac zu meinem absoluten Lieblingsprotagonisten erklärt. Einige abrupte Sinneswandlungen irritierten mich zwar etwas und Mia nervte mich sehr durch ihr ständiges Gejammer. Trotz allem ein richtig gutes Buch, für das ich 4 von 5 möglichen schwarzen Katzen vergebe.


A. J. Betts ist Englischlehrerin und Dozentin in Perth, Australien. Sie unterrichtet seit vielen Jahren in einem Krankenhaus. Die Jugendlichen, die sie dort kennengelernt hat, haben sie zu diesem Roman inspiriert. ›Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe‹ wurde mit dem renommierten Text Prize for Young Adult and Children’s Writing 2012 ausgezeichnet.

ab 12 Jahren
336 Seiten
ISBN 978-3-596-85661-9
Preis: 14,99 Euro
© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

Ein ganz herzliches Dankeschön geht an den Verlag für die Bereitstellung dieses einzigartigen Exemplars!

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