Freitag, 31. Oktober 2014

Das Haus am Abgrund von Susanne Gerdom



erschienen bei Bloomoon

Der Klappentext

Der 16-jährige, unheilbar kranke Adrian kam mit seinen Vätern in das kleine Dorf an der kornischen Küste, um Ruhe zu finden – vor seiner unheilbaren Krankheit und den geisterhaften Erscheinungen, die ihn verfolgen. Doch dem schaurigen Gemäuer kann er sich nicht entziehen – ebenso wenig wie die gleichaltrige Nova. Welch böser Fluch wohnt dem Haus tatsächlich inne? Adrian beginnt zu recherchieren. Halluzinationen und Wirklichkeit vermischen sich – und dann steht er vor den furchtbaren Trümmern der Vergangenheit... Gibt es ein Entrinnen?

Meine Meinung zum Cover

Das Cover wirkt ausnahmslos düster. Ein unheimlich wirkendes Haus vor einem Abgrund ist das Motiv. Die beherrschenden Farben sind ein dunkles Blau und natürlich Schwarz. Als Farbtupfer gibt es nur ein über dem Abgrund schwebendes Tierchen in einem schön leuchtenden Gelb. Passend zur Titelfarbe. Das Buch besteht aus einem Prolog in Form eines Monologs und 37 Kapiteln.

Meine Zusammenfassung

Adrian ist krank. Er hat einen unheilbaren Gehirntumor. Mit seinem Vater und dessen Lebensgefährten lebt er zusammen in einem kleinen Dorf an der Küste Cornwalls. Adrians Mutter hat die Familie verlassen, nachdem sie den Vater bei einem Seitensprung ertappt hat. Doch der Jugendliche kommt mit seinen beiden Vätern sehr gut klar. Womit er nicht gut klar kommt, sind die Menschen um ihn herum – oder sind es Halluzinationen? Oder gar beides? Wer weiß es schon so genau…


Charaktere und meine Meinung

Adrian ist knapp 17 Jahre alt und unheilbar krank. Seine Art, mit dem Tumor umzugehen, ist bewundernswert. Er lässt sich auch nicht von diversen Erscheinungen um ihn herum oder den Anfeindungen seinen Vätern gegenüber unterkriegen. Manchmal versinkt er auch im Selbstmitleid – aber ist das auf Grund der Krankheit nicht auch ein Stück weit normal? Adrian setzt alles daran, hinter das Geheimnis von Heathcote Manor zu kommen, was nicht immer ungefährlich für den Jungen ist.
Jonathan ist ein wirklich liebevoller Stiefvater. Er wirkte auf mich wesentlich mütterlicher und liebenswerter als Adrians leibliche Mutter, die sich einfach aus dem Staub gemacht hat.
Adrians Vater dagegen wirkte auf mich sehr zurückgezogen. Er ist mit sich und seiner Schreiberei beschäftigt. Große Auftritte hatte er nicht.
November, kurz Nova genannt, war mir sofort sympathisch. Sie wirkt oftmals traurig, da sie sich in St. Irias nicht wirklich wohl fühlt. So ungefähr alles ist ihr verhasst. In Adrian sieht sie, meiner Meinung nach, einen kleinen Lichtblick. Vielleicht auch eine gewisse Art von Halt in ihrem Leben. Nova trägt ein Familiengeheimnis mit sich herum, was mich als Leser sehr neugierig machte.
Ich habe dieses Buch als E-Book gelesen und fand den Monolog des Bräutigams sofort mitreissend. Doch anfangs war ich etwas irritiert, da ich erst einmal die einzelnen Figuren der Story sortieren musste. Wer ist Mensch, wer Lemur (für Adrian sind dies die Bösen) und wer ein Lar (gut)? Gar nicht so einfach. Obwohl man bei einigen Figuren schon merkt, dass sie Adrians Fantasie entspringen. Zudem ist man sich aber als Leser niemals sicher, was in dieser Welt real ist und was nicht. Einige Szenen sind sehr abgedreht, aber genau dies gibt der Story die richtige Würze.
Die Atmosphäre passt gerade jetzt zur dunklen Jahreszeit und auch Halloween richtig gut – nicht nur das Spukhaus ist unheimlich…
Sehr gut haben mir die eingestreuten Tagebuchauszüge von November gefallen, die mir auch einige Rätsel aufgaben. Ebenso herrscht ein durchweg hoher Spannungsbogen, der kaum zu überbieten ist.
Über das Ende lässt sich streiten, doch letztendlich kann es wohl jeder so interpretieren, wie er es empfindet.

Augen faszinieren mich. Sie sind Ausläufer des Gehirns, und wenn man in ihre Pupillen blickt und sich sehr darauf konzentriert, kann man tief hineinschauen und ein Gefühl davon bekommen, was da drinnen vor sich geht. Die Welt spiegelt sich in jedem Auge, aber in seinem Zentrum steht das Ich und sonst gar nichts.
4% des E-Books

Mein Fazit

Susanne Gerdom hat mit „Das Haus am Abgrund“ eine sehr komplexe Story erschaffen, die mich so manches Mal erschauern ließ. Die Geschichte ist atmosphärisch sehr dicht, die Sprache jugendlich. Somit wirken die Charaktere ausnahmslos authentisch. Auch sonst ist der Schreibstil gewohnt flüssig und einfach zu lesen. Susanne Gerdom verbindet hier eine wirklich gruselige Szenerie mit ernsten Themen wie Krankheit und Tod und trifft immer den richtigen Ton.
Es ist ein Buch, dass sich darüber hinaus offen mit Homosexualität auseinandersetzt ohne einen schalen Beigeschmack zu hinterlassen. Die Autorin hat nicht nur in dieser Hinsicht eine für mich ganz neue Seite ihres Könnens gezeigt. Handwerklich ist nichts auszusetzen, und ich bin froh, diesen Ausflug in die düstere Welt des Protagonisten gewagt zu haben. Ich kann mich zwar noch etwas mehr für die Fantasy-Romane von Susanne Gerdom erwärmen, aber auch „Das Haus am Abgrund“ hat mir großen Lesespass bereitet und erhält von mir 5 von 5 möglichen schwarzen Katzen.

Die Autorin

Susanne Gerdom lebt und arbeitet als freie Autorin und Schreibcoach mit ihrer Familie und vier Katzen am Niederrhein. Sie schreibt seit mehr als einem Jahrzehnt Fantasy und Romane für Jugendliche und Erwachsene.

 
ab 14 Jahren
400 Seiten
ISBN 978-3-7607-9838-7
Preis: 12,99 Euro

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

An dieser Stelle geht noch ein herzliches Dankeschön an Susanne Gerdom, die mir dieses gruselige E-Book freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat!

Kommentare:

  1. Huhu meine liebste Claudia <3

    du hast wieder einmal eine ganz tolle Rezi zu einem echt interessant klingenden Buch geschrieben :). Ich mag es ja sehr, wenn Geschichten mysteriös sind und man erst einmal nicht weiß, was alles auf einen zu kommt.

    Liebste Grüße, Ally

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    1. Vielen Dank, meine liebe Ally :)
      Das Buch kann ich dir nur empfehlen, wie bisher alle Bücher von Susanne, die ich gelesen habe. Auf jeden Fall mal merken;)

      GLG <3

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  2. Hey liebste Claudia :)
    Woooooow, war das Buch wirklich so gut? O_O bin gerade echt sprachlos. Ich habe von Susanne Gerdom bislang nur ihr "Drachenhaut" gelesen, was sie unter dem Pseudonym Francis G Hill veröffentlicht hat und das hat mir ehrlich gesagt nicht so gut gefallen. Das hat sich leider ziemlich gezogen und war recht langweilig. Deswegen hatte ich die Autorin gar nicht mehr auf dem Schirm. Aber wow, deine Meinung hat mich nun echt geflasht. Vielleicht sollte ich mir Das Haus am Abgrund mal genauer anschauen. Dankeschön für deine wundervolle Rezension!

    *knuddel* ♥

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    1. Hey, meine Liebe:)
      "Drachenhaut" habe ich auch noch auf meinem Reader - mal sehen, wie es mir gefallen wird. Wenn du Fantasy-Geschichten magst, kann ich dir von Susanne auf jeden Fall noch "Queen of Clouds" und "Dracyr" empfehlen - fand ich beide richtig klasse!
      Dieses war sehr mysteriös und durchgehend spannend, hat man ja auch nicht in jedem Buch... Auf jeden Fall mal merken, kann ja nicht schaden;)

      Bitte, sehr gerne:D

      GLG <33

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  3. Ohh wie toll, dass du dieses Buch auch gelesen & für toll befunden hattest :D

    Ich hatte es vor längerem auch gelesen gehabt und wenn ich mir deine Rezension so durchlese, dann merke ich, dass wir in fast allem eigentlich gleicher Meinung sind. Das Ende...ja. ^^ Streiten wir uns lieber nicht. Es ist ja so wie es ist und ich fand es gut so. :D
    Für mich hätte es gerne noch mehr Geisterhaft sein können, aber das wäre Meckern auf hohem Niveau. :D Susanne ist bei uns sowieso immer ein wiederkehrender Autor. ^^ Tilly hat ja vor, all ihre Bücher zu lesen und ist zurzeit sehr erfolgreich damit. :D
    Wieder toll zusammengefasst. ^.^ Da freut sich Autor sicherlich immer. :D

    Dir noch einen schönen Sonntag
    ~ Jack

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    1. Ja, es war aber auch toll! Ich habe mich wirklich manchmal gegruselt, aber das ist bei mir auch nicht ganz so schwer zu erreichen;) Und wie schön, dass wir einer Meinung sind - mal wieder :D
      Da muss ich doch glatt mal auf eurem Blog stöbern kommen, das kann ich mir jetzt nicht mehr entgehen lassen! Ich habe auch noch einige Bücher von Susanne und arbeite mich so langsam durch. Sie ist aber auch echt sehr vielseitig, kann man nicht anders sagen:)

      Dankeschön und dir/euch auch einen tollen Sonntag! :)

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