Sonntag, 27. Juli 2014

Wanderer. Sand der Zeit von Amelie Murmann



erschienen bei Impress

Der Lebenstraum der sechzehnjährigen Emilia lässt sich in zwei Worten zusammenfassen: „Palaestra Viatorum“ – die renommierte Internatsschule, in der nur die Besten der Besten aufgenommen werden. Leider hapert es in Emilias sonst perfektem Zeugnis an der Kunstnote, auf die gerade diese Schule ganz besonderen Wert zu legen scheint. Doch dann trifft Emilia ausgerechnet in einer Kunstgalerie auf Max, den stellvertretenden Schulsprecher der Institution, und zwar nachdem er gerade durch ein modernes Gemälde gesprungen ist... Emilia traut ihren Augen nicht. Als sie dann noch Visionen ihrer eigenen Zukunft bekommt, scheint sich plötzlich nicht nur Max, sondern auch die Palaestra für sie zu interessieren – und lädt sie zu einer ungewöhnlichen Aufnahmeprüfung ein. (Klappentext)

Das Cover dieses E-Books konnte mich sofort in seinen Bann ziehen. Es zeigt im Vordergrund zwei Schatten, einer männlich, einer weiblich. Groß dahinter ist eine Sanduhr abgebildet, die natürlich DER Hinweis auf die Zeitreisen ist. Farblich ist das Cover mit Gold, Braun und Schwarz ausgestattet, was sehr edel wirkt. Die Story besteht aus 29 Kapiteln.

Emilia wünscht sich nichts sehnlicher, als an der renommierten Privatschule Palaestra Viatorum aufgenommen zu werden. Eines Tages trifft sie auf Max, der zufälligerweise selbst Schüler dieser Schule ist und sie zu einem Bewerbungsgespräch einlädt. Für Emilia scheint die Zeit still zu stehen! Was sich wirklich hinter dem plötzlichen Interesse der Schule an ihr verbirgt, kann sie sich selbst in ihren kühnsten Träumen nicht ausmalen. Auch weiß Emilia noch nicht, dass ihre Träume in Wirklichkeit Visionen sind…


Das E-Book startet sogleich mit einem Traum Emilias, der peinlicher nicht sein könnte. Allein das hat bei mir für Sympathiepunkte gesorgt. Ansonsten wirkte Emilia auf mich teilweise sehr naiv und auch sehr jung. Sie war mir keineswegs unsympathisch, aber eine rechte Verbindung zu ihr konnte ich leider nicht herstellen. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass sich Jugendliche aus der angesprochenen Zielgruppe sehr gut mit ihr identifizieren können.
Max ist eher der mysteriöse Typ, der natürlich gerade bei den Mädchen sehr beliebt zu sein scheint. Ich denke, er ist sich seiner Wirkung auch durchaus bewusst. Für mich ein netter Kerl, der leichte Machoallüren aufzeigt.
Kit ist eine verrückte Freundin, die man sich als Teenager nur wünschen kann. Mit ihr wird es sicherlich nie langweilig werden. Meine Lieblingsfigur in diesem Buch.
Zeitreiseromane lese ich bekannterweise ja sehr gerne und wurde somit von diesem wie ein Magnet angezogen. Die Idee der Autorin, einen Sprung durch ein Gemälde darzustellen, fand ich richtig gut.
Leicht irritiert war ich von dem Sanduhrmotiv, das sich am Anfang eines jeden Kapitels befindet. Genau dieses Motiv habe ich schon in den beiden Teilen von Kim Kestners „Zeitrausch-Trilogie“ gesehen und fand es toll. Ob es jetzt ein Markenzeichen seitens des Verlages für Zeitreiseromane ist – ich weiß es nicht, fand es aber sehr auffällig.

Man schaut oft in den Spiegel und findet sich von ganz gut über passabel bis hin zu katastrophal. Aber es gibt nur wenige Momente, in denen man in den Spiegel schaut und sich selbst als schön empfindet. Dieser hier war einer davon.
22%

Mich störten an diesem E-Book die vielen mit Nichtigkeiten gefüllten Seiten, die meinen Lesefluss erheblich behinderten. Die Story stagnierte teilweise dadurch sehr. Wie im Einzelnen der Sportunterricht abläuft, fand ich nun weniger interessant.
Auch das Liebeswirrwarr der verschiedenen Charaktere mochte ich nicht so gerne. Mir kam es so vor, als wenn dem mehr Aufmerksamkeit geschenkt wurde als dem eigentlichen Thema. Außerdem tauchen, meiner Meinung nach, zu viele Personen auf, die das Chaos in meinem Kopf perfekt machten. Ich hatte zum Ende hin den Überblick völlig verloren.

Amelie Murmann hat mich mit ihrem Debütroman „Wanderer. Sand der Zeit“ nicht wirklich überzeugen können. Zuviele Irrungen und Wirrungen, ebenso die hohe Anzahl an Charakteren ließen meine Lesefreude teilweise sehr leiden. Ihr sehr jugendlicher Schreibstil und auch die entsprechend dargestellten Personen sprachen mich nicht an. Ebenso hat mir persönlich die Art der Protagonistin Emilia nicht ganz zugesagt. Da ich mir aber sehr gut vorstellen kann, dass sich Jugendliche der anvisierten Zielgruppe besser angesprochen fühlen und sich besser identifizieren können als ich, bewerte ich dieses E-Book mit 4 von 5 schwarzen Katzen.


Amelie Murmanns Liebe zu Jugendromanen begann mit einem Jungen, der überlebte, und festigte sich endgültig mit einem Mädchen, das in Flammen stand. Um diese Liebe mit der Welt zu teilen, eröffnete sie 2010 ihren eigenen Buchblog, und begann kurz darauf mit dem Schreiben. Amelie lebt mit ihrer Familie und ihren über vierhundert Büchern in Moers. Wenn sie nicht gerade liest, schreibt oder bloggt, studiert sie Lehramt an der Universität Essen. "Wanderer. Sand der Zeit" ist ihr Debütroman.

E-Book
ab 14 Jahren
249 Seiten
ISBN 978-3-646-60066-7
Preis: 3,99 Euro

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Vorablesen und dem Verlag für dieses Rezensionsexemplar bedanken!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.