Freitag, 25. Juli 2014

Geheime Liebe auf Sylt von Gabriele Diechler



erschienen im Gmeiner Verlag

Mathilde, die immer nur mit Bastian zusammen sein wollte – laut Horoskop der „Mann ihres Lebens“ -, verlässt eines Morgens ihr hübsches Haus auf Sylt, um in Hamburg ein neues Leben zu beginnen. In der Anonymität der Großstadt trifft sie auf den Schuhfabrikanten Jonas, ihren Sylter Nachbar. Die beiden beginnen eine Affäre. Doch da ist auch noch Markus, der ihr einen Job in seiner PR-Agentur anbietet und den Mathilde seit der Schulzeit kennt. Zwei Zufälle, die Mathilde sich erneut die Frage stellen lassen, ob es das Schicksal gibt… (Klappentext)

Das Cover dieses Buches besteht augenscheinlich aus einer Fotografie. Der Leser erblickt einen kleinen, sehr minimalistisch gehalten Ausschnitt eines Wintergartens, der mit Blumen und einer alten Lampe geschmückt ist. Das Buch ist in zwei Teile gesplittet, die insgesamt aus 53 kurzen Kapiteln bestehen.

Mathilda erhält einen Brief, der ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt und vieles von dem, was sie als selbstverständlich genommen hat, in Frage stellt. Eines Morgens packt sie Hals über Kopf ihre Sachen und verlässt ihren Ehemann Bastian ohne ein Wort. In Hamburg angekommen, trifft sie gleich auf zwei alte Bekannte. Mit einem von ihnen beginnt sie eine kurzweilige Affäre. Wird Mathilde hier ihr Glück finden können? Gibt es kein Zurück mehr nach Sylt?


Für mich war dieses Buch ein Ausflug in ein für mich untypisches Genre. Da ich aber immer offen für Neues bin, und mich der Klappentext anspricht, bin ich gerne dazu bereit. Bereut habe ich es nicht.
Der Schreibstil von Gabriele Diechler ist in diesem Roman teils poetisch, teils umgangssprachlich. Gekonnt wechseln sie sich ab. So ist für den „normalen“ Leser eigentlich alles dabei. Es geht hier um Liebe, Horoskope und die damit verbundene Frage nach dem Schicksal oder Zufall, um Trauer, tödliche Krankheit und der Suche nach dem Glück.
Mathilde war für mich eine recht sympathische Protagonistin, deren Handlungen ich aber stellenweise nicht nachvollziehen konnte. Sie wirkte auf mich sehr rigoros und egoistisch.
Zu Bastian fand ich keinen rechten Zugang, da er mir auch zu wenig in Erscheinung trat. Seine Handlungen kamen mir doch recht lasch vor.
Mir ist sehr aufgefallen, dass irgendwie jeder Charakter dieses Buches in irgendeiner Form schon einmal eine Affäre hatte. Wahrscheinlich mag das auf einen Teil von Menschen in der realen Welt auch zutreffen, ich fand es eher schockierend. Ansonsten ist die Story ruhig gehalten. Wer hier viel Action erwartet, wird enttäuscht werden. Die Szenen sind doch mehr aus dem Leben gegriffen und regen stellenweise auch sehr zum Nachdenken an. Mehr mag ich an dieser Stelle auch gar nicht verraten, das solltet ihr doch lieber selbst nachlesen.

Unglück kann einen stärker machen. Wenn man sich bemüht, es in Glück umzuwandeln.
Seite 225

Gabriele Diechler hat mir persönlich mit „Geheime Liebe auf Sylt“ eine andere Seite von sich gezeigt. Zuvor hatte ich einen Jugendroman von ihr gelesen und bin mit dem vorliegenden Buch einmal in ein anderes Genre eingetaucht. Die Story bot eine gute und kurzweilige Leseunterhaltung. Der Schreibstil ist auch in diesem Roman sehr schön und fliessend. Er regte mich zum Nachdenken an. Mir wurde wieder einmal nachdrücklich gezeigt, wie zerbrechlich das Leben und die zwischenmenschlichen Beziehungen sein können. Ich vergebe 4 von 5 möglichen schwarzen Katzen.

Gabriele Diechler, 1961 in Köln geboren, lebt und arbeitet im Salzkammergut. Neben Drehbüchern für ARD und ORF schreibt sie nun hauptsächlich Jugendbücher, Krimis und Romane. Jedes Buch entsteht an ihrem Minischreibtisch, wo nicht nur getippt, sondern auch lange telefoniert, Tee getrunken und Schokolade gegessen wird.

279 Seiten
ISBN 978-3-8392-1343-8
Preis: 9,99 Euro

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich bei der Autorin und dem Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars bedanken!

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