Donnerstag, 12. Juni 2014

Dark Village – Zu Erde sollst du werden von Kjetil Johnsen



erschienen im Coppenrath Verlag

Der Mörder von Dypdal hat viele Gesichter. Seine Fassade beginnt jedoch zu bröckeln. Schließlich begeht er den entscheidenden Fehler. Indem er alles auf eine Karte setzt, versucht er, das Blatt noch einmal zu wenden. Aber seine Zeit ist abgelaufen – endgültig. Und er reißt jeden mit sich in den Abgrund, der ihm zu nahe kommt. (Klappentext)

Das Cover dieses Abschlussbandes ist in einem leichten Grün gehalten. Schwarze Blätter und eine Maus sind die diesmaligen Motive. Das Cover wirkt so auf mich etwas geheimnisvoller als noch bei Band 4. Weiterhin wird aus verschiedenen Perspektiven der einzelnen Charaktere erzählt.

Ein kleines Dörfchen in Angst. Der Mörder ist immer noch auf freiem Fuß. Die Polizei wartet auf den entscheidenden Fehler seinerseits um ihn endlich dingfest machen zu können.
Unterdessen geht das Leben der anderen Mädchen weiter. Ihre einstmals innige Freundschaft ist immer noch nicht wieder gekittet. Nora vermisst Nick, Benedicte erfährt Details aus ihrer Kindheit und Vilde ist mehr oder weniger glücklich verliebt. Doch über ihnen hängt weiterhin das Damoklesschwert und die Frage: Wird noch eine von ihnen dem Mörder in die Hände fallen?


Dieser letzte Teil der Krimireihe hat mich völlig umgehauen. Am Ende blieben für mich keinerlei Fragen offen, und ich wurde oftmals auf eine falsche Fährte gelockt. Das passiert mir wirklich nicht oft, denn meistens habe ich doch schon eine gewisse Ahnung, was den Täter angeht. Auch, wenn die Identität des Mörders in diesem Buch relativ schnell gelüftet wird, verbleiben noch genügend spannende Momente. Irrungen und Wirrungen machten diesen Teil zu einem absoluten Highlight für mich. Es wird eine interessante neue Variante mit ins Spiel gebracht, die ich niemals auch nur in Erwägung gezogen hätte.
Zudem hat mir gefallen, dass Ereignisse von vor 7 Jahren mit in die Story integriert wurden. So wird die Neugier des Lesers schon fast ins Unermessliche gesteigert. Es offenbaren sich nach und nach immer mehr die einzelnen Verbindungen zwischen den verschiedenen Charakteren – der Kreis schliesst sich allmählich. Fast jeder hat ein dunkles Geheimnis. Es kommen teils erschreckende und verstörende Details zum Vorschein, die mich ein ums andere Mal geflasht haben.
Neu in der Story ist Benedictes Mutter, die das erste Mal so richtig in Erscheinung tritt. Auch sie hat noch eine tragende Rolle, durch die sich abermals eins zum anderen fügt. Ich empfand ihren Auftritt gerade erst im letzten Teil völlig richtig platziert.
Nora tritt im Gegensatz zum vierten Teil relativ wenig in Erscheinung. Sie wirkt sehr in sich gekehrt und nicht mehr so extrovertiert wie kurz zuvor. Sie ist es, die eine Entdeckung macht, die für reichlich Verwirrung sorgt und den nächsten Schritt des Mörders einleitet…
Bei Benedicte habe ich so manches Motiv ihrer Handlungen nicht ganz verstehen können, aber auch sie ist verändert. Bei ihr liegt das Augenmerk eindeutig auf ihrer Kindheit.
Das Rätsel um Nicks Schwester Katie wird natürlich auch noch gelöst – das hat ebenfalls wieder einige Momente der Sprachlosigkeit bei mir hervor gerufen.
Stück für Stück fängt das Puzzle an, sich zusammen zu setzen. Nicht ohne noch für ausreichend Verwirrung und große Überraschungsmomente zu sorgen.
Die ständigen Wiederholungen, die in der voran gegangenen Bänden für keinen guten Lesefluss standen, waren hier bis auf einige Seiten vollkommen verschwunden. Das gefiel mir natürlich sehr gut. Auch der unendlich lange Name von Noras Mutter wird hier nicht ein einziges Mal in voller Länge erwähnt!

Kjetil Johnsen hat mit seinem Abschlußband nicht mit Überraschungen und Verwirrungen gegeizt. Er hat eine vielschichtige Geschichte verfasst, die keinen Logikfehler aufweist. Der Leser wird lange Zeit über viele Dinge im Unklaren gelassen, was für mich einer Meisterleistung gleichkommt. Es ist eine Krimireihe, in der eigentlich niemand der ist, der er zu sein scheint. Der Autor hat hiermit für mich etwas absolut Rätselhaftes erschaffen, dass mich trotz einiger Schwächen in der Vorgängerbänden begeistern konnte. „Dark Village – Zu Erde sollst du werden“ ist für mich wirklich das Tüpfelchen auf dem i, das ich die ganze Zeit gesucht habe. Er besticht durch das ständige Miträtseln und Wissen wollen, was und vor allem wer hinter der ganzen Sache steckt. Eine Reihe mit kleineren Schwächen, aber einem grandiosen Finale! Der beste Teil der Krimireihe um vier Mädchen aus einem norwegischen Dorf bekommt von mir sehr verdiente 5 von 5 möglichen schwarzen Katzen.

Die Reihe:

Dark Village – Das Böse vergisst nie
Dark Village – Dreht euch nicht um                       
Dark Village – Niemand ist ohne Schuld  Rezi für alle 3           
Dark Village – Zurück von den Toten Rezi
Dark Village – Zu Erde sollst du werden

Kjetil Johnsen, geboren 1966, lebt mit seiner Familie in der Nähe von Oslo. Er arbeitet schon viele Jahre als Journalist und Verlagslektor und schreibt Romane für Jugendliche, die auch erfolgreich in Deutschland veröffentlicht wurden.

ab 16 Jahre
304 Seiten
ISBN 978-3-649-61305-3
Preis: 9,95 Euro
© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

An dieser Stelle möchte ich mich noch recht herzlich beim Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars bedanken!

Kommentare:

  1. Sehr schön geschrieben. Ich habe bisher ja erst Band 1 gelesen und fand es recht gut. Die anderen werden nun auch nach und nach bei mir einziehen. =)

    Liebe Grüße
    Katie

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    1. Dankeschön, Katie! Es lohnt sich auf jeden Fall dranzubleiben, auch wenn die vorherigen Bände einige Schwächen zeigen:)

      LG

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