Dienstag, 11. Februar 2014

Incarceron – Fliehen heißt sterben von Catherine Fisher



erschienen bei Penhaligon

Es ist ein gewaltiges Gefängnis. Sein Inneres besteht aus gigantischen Metallwäldern, verfallenen Städten und endlosen Weiten. An diesem Ort gibt es keine Freundschaft. Es gibt keine Hoffnung, kein Entkommen. Doch der junge Häftling Finn hat eine Verbindung nach Außerhalb, zu Claudia, der Tochter des Gefängnishüters. Sie ist Finns einzige Chance, aus Incarceron zu entkommen, und er wiederum ist Claudias letzte Hoffnung, dem goldenen Käfig ihres eigenen Lebens zu entfliehen. Doch Finns und Claudias größter Feind ist Incarceron selbst, das seine Insassen wie ein hungriges Raubtier belauert.
Denn dieses Gefängnis lebt!
(Klappentext)

Finn – Der Sternenseher
Claudia – Die Gefangene
Keiro – Der Eidbruder
Jared – Der Lehrer
Attia – Das Hundewesen
Gildas – Der Sapient
John Arlex – Der Hüter

Das Cover dieses Buches wirkt auf mich sehr geheimnisvoll. Keine schreienden Farben - und der wunderschön gestaltete Schlüssel in der Mitte rundet das Bild sehr gut ab. Incarceron – Fliehen heißt sterben besteht aus fünf Teilen und insgesamt 35 Kapiteln, die in der dritten Person erzählt werden.

Finn ist in Incarceron gefangen. Aber er sucht einen Weg nach Außerhalb. Den Legenden zufolge muss es einen Weg geben. Es ist doch schon einmal einem Gefangenen die Flucht gelungen. Wo ist der Weg? Wie kann sich Finn von diesem schrecklichen Gefängnis befreien?
Claudia ist die Tochter des Hüters von Incarceron, des größten existierenden Gefängnisses. Doch sie kommt sich wie eine Gefangene vor. Ihr Vater ist kalt und scheint keine Liebe für seine Tochter zu empfinden. Jetzt soll Claudia auch noch den Prinzen Caspar heiraten. Die Hochzeitsvorbereitungen laufen auf Hochtouren. Doch dann entdeckt Claudia eine Verbindung nach Incarceron, eine Verbindung zu Finn. Fortan ist sie besessen davon, ihm zur Flucht zu verhelfen…


Nach anfänglichen Schwierigkeiten, mich in dieser ganz ungewöhnlichen Welt von Catherine Fisher zurecht zu finden, packte mich die Geschichte dann vollkommen. Mir kam es so vor, als wenn ich durch Incarceron in eine völlig andere, neue Welt eintauchen würde, die ich so noch nie zuvor in einem Buch gefunden habe. Die Autorin hat einen schönen und flüssigen Schreibstil, der mir sehr gut gefiel. Die Sprache, die sie verwendet hat, war stellenweise nicht einfach zu lesen, dafür aber umso schöner. Es wirkte keineswegs übertrieben. Meiner Meinung nach sollte sich der Leser Zeit für dieses Buch und seine Geschichte nehmen und es nicht mal eben zwischendurch lesen.
Die Protagonisten waren mir von Anfang an sympathisch. Finn wirkte auf mich sehr zielstrebig und stark. Claudia hat schon eine kleine Rebellin in sich, die aber nicht zu sehr ausgeprägt ist. Eine sehr gute Mischung.
Keiro und Gildas waren für mich die gesamte Zeit sehr undurchsichtig, ich konnte sie ganz schwer einordnen. Sind sie nun Freund oder Feind?
Der Sapient Jared, Claudias Lehrer, war mir nicht unsympathisch. Trotzdem behielt ich eine gewisse Distanz zu ihm. Er wirkte eben wie der typische Lehrer auf mich, vor dem man Respekt haben sollte.
Caspar, Claudias zukünftiger Ehemann ist das reinste Ekelpaket und auch treffend dargestellt worden. Er schien mir sehr arrogant und selbstgefällig. Mit ihm möchte ich nicht unbedingt befreundet sein…
Claudias Vater, der Hüter von Incarceron, zeigte seiner Tochter gegenüber keinerlei herzliche Reaktionen. Bis es zum Gespräch über seine verstorbene Frau kommt. Da sind dann doch leichte Emotionen für den Leser spürbar.
Alle Charaktere sind sehr unterschiedlich und vollkommen authentisch dargestellt worden. Es war mir ein Vergnügen, mit ihnen durch diese Welt rund um das Gefängnis herum zu reisen.
Die Idee der Autorin, ein Gefängnis lebendig darzustellen, finde ich sehr gut gelungen und bemerkenswert beschrieben. Catherine Fisher schreibt nicht allzu detailverliebt und verzichtet auf langatmige Einzelheiten. Sie bringt dem Leser ihre erschaffene Welt auf diesem Wege sehr nah. Durch die abwechselnde Erzählweise der Hauptcharaktere im ersten Teil bekommt die Story noch den letzten Schliff.

Catherine Fisher hat mit dem ersten Teil ihrer Dilogie um das Gefängnis Incarceron einen bemerkenswerten Auftakt geschaffen. Die komplette Story wirkt sehr düster und teilweise auch erschreckend. Zu guter Letzt ist ebenfalls ein Hauch von Abenteuer für den Leser spürbar, was für mich noch einen besonderen Reiz ausmachte. Um dem Geheimnis des sagenumwobenen Sapphique auf die Spur zu kommen, müssen wir uns als Leser noch einige Zeit gedulden. Doch auch, wenn es im April 2014 mit Sapphique – Fliehen heißt leben schon soweit ist, fällt mir die Wartezeit jetzt schon seeehr schwer.
Ich vergebe für Incarceron – Fliehen heißt sterben die volle Katzenanzahl von 5 schwarzen Katzen und bin schwer begeistert von diesem Auftakt!


Catherine Fisher ist die Autorin vieler fantastischer Kinder- und Jugendbücher sowie zweier preisgekrönter Gedichtbände. Mit Incarceron gelang ihr der große internationale Durchbruch. Catherine Fisher lebt und schreibt in Wales.

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 480 Seiten
ISBN: 978-3-7645-3080-8
€ 18,99  
Weitere Ausgabearten:
» Taschenbuch » eBook

© Cover und Zitatrechte liegen beim Verlag

Zu guter Letzt möchte ich mich ganz herzlich beim Verlag für dieses tolle Rezensionsexemplar und das in mich gesetzte Vertrauen bedanken!

Kommentare:

  1. Eine super schöne Rezi!
    Ich war ja auch total begeistert von dem Buch und fand es schade, dass ich es viel zu schnell durchgelesen hatte, aber ich konnte einfach nicht aufhören ;)

    Zum Glück kommt ja schon bald der zweite und letzte Teil, was ich einerseits gut finde, andererseits könnte ich davon auf jeden Fall noch mehr lesen!

    GLG Aleshanee

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    1. Vielen, vielen Dank, Aleshanee, freut mich, wenn sie Dir gefällt:)
      Es ist aber auch ein richtiger Page-Turner, von dem man nicht genug haben kann. Bin sehr gespannt, wie es weitergeht/endet. Es war für mich mal eine ganz andere Story.

      LG

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  2. Huhu,

    tolle Rezi! Das Buch habe ich seit einer Weile auf dem Kindle, konnte mich aber noch nicht dazu durchringen, es anzufangen... Blöd. Jetzt habe ich aber wieder mehr Lust drauf. Mal sehen, wann ich es mal schaffe. =)

    Liebe Grüße
    Maria

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    1. Huhu, Maria!
      Lies es unbedingt bald, es ist wirklich ganz toll. Sowas habe ich lange nicht gelesen! Super Dilogie, die ich dir nur ganz dringend empfehlen kann:)

      LG

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